Auf einer der präsentesten Straßen in Salzburg, dem Rudolfskai, findet sich zwischen Bars und Irish Pubs, ein Restaurant namens „Zum Mohren“.
Ein Restaurant mit viel Geschichte, wo damals sogar Familie Mozart gerne einkehrte. Nichtsdestotrotz ist der Name irritierend. Jetzt im so. Wochenkommentar mit Lilli Heim.
Siehe auch:
Hat der Mohr in Zürich wirklich ausgedient? >

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In der Schweiz haben viele Menschen den Namen Mohr. Was machen wir mit ihnen? Im Telefonverzeichnis der Swissscom sind 607 Einträge mit dem Namen Mohr eingetragen. Es werden noch viel mehr sein, da viele nur ein Mobiltelefon haben und im Verzeichnis der Swisscom nicht mehr erscheinen. Vielleicht hat es in Österreich auch Leute die Mohr heissen. Sollen sie ihren Namen ändern auf Meier oder Müller?
Mein Bekannter Norbert Novotny hat sich heute auch zu der Frage «Mohren» geäussert, da in Zürich jetzt auch in der Altstadt die Inschriften «Zum Mohrenkopf» und zum «Mohrentanz» abgedeckt werden dürfen, wie es die Behörden seit langem wollen.
Novotny schreibt:
«Die Bezeichnung „Mohren“ stammt vom Wort „Mauren“, Lateinisch „maurus“ der Dunkelhäutige, aus Mauretanien Stammende. Das waren die Feinde der christlichen Spanier in Nordspanien im 10.-15. Jh. Dort lebten in engem kulturellen und religiösen Kontakt Juden, Araber und Christen zusammen. Einer davon war Maimonides. Er studierte die religiösen Schriften der Juden, Muslime und Christen und war ein sehr angesehener Arzt. Ein anderer war Jehuda Halevi. Seine jüdische Philosophie hatte einen starken Einfluss auf die deutsche Philosophie und Literatur im Mittelalter. Die Wiederentdeckung Platos, der Neuplatonismus, entstand ebenfalls aus der engen kulturellen und religiösen Koexistenz von Juden, Muslimen und Christen, man sagt auch, dass die Vorbereitung der europäischen Renaissance von dort aus ging. 1492 eroberten die Spanier im Rahmen der „Reconquista“ die arabischen Königreiche in Nordspanien.. Die „Mauren“ waren dann die Besiegten, und das Wort bekam eine verächtliche Bedeutung. Mauren und Mohren sind daher keine abschätzigen Worte, sondern ein europäisches historisches Beispiel für die Möglichkeiten einer kulturellen, religiösen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit verschiedener Gedankenwelten.»
Auf einer der präsentesten Straßen in Salzburg, dem Rudolfskai, findet sich zwischen Bars und Irish Pubs, ein Restaurant namens «Zum Mohren».
Wie in Salzburg hat es im Zürcher Niederdort Inschriften, mit dem Wort «Mohr». Vor vier Jahren wollte der Stadtrat von Zürich diese «kolonialen und rassistischen Inschriften und Bilder», von Hausfassaden entfernen lassen. Damit wollte er ein Zeichen gegen Rassismus und Kolonialismus im öffentlichen Raum setzen. Der Heimatschutz rekurrierte dagegen. Jetzt hat das Bundesgericht in Lausanne diesen Rekurs des Heimatschutzes abgewiesen. Die Inschriften dürfen nun überdeckt werden. Der Heimatschutz wollte diese Schriften stehen lassen und an den Häusern Infotafeln anbringen.
Ich habe lange im Niederdorf in Zürich gewohnt und gearbeitet und diese Inschriften und Bilder nie beachtet.
Wird der Stadtrat Zürichs nun auch gegen den Neokolonialismus Zeichen setzen? Wird er auch gegen Geldhäuser in Zürich vorgehen, die Milliarden in Firmen investieren, die sich in armen Länder im Verein mit korrupten Regierungen wie Kolonialherren gebärden und sich bereichern, mit Kinderarbeit im Kakaosektor, in Minen, der Plünderung des Amazonasgebietes? Die Organisation Public Eye dokumentiert laufend die neokolonialen Praktiken von Schweizer Konzernen und Banken.
Public Eye: Globale Gerechtigkeit beginnt bei uns
Wird die Regierung der Stadt Zürich auch einmal, ein Auge darauf werfen, in welche Firmen die Milliarden investiert werden, die in die Steueroase Schweiz transferiert wurden? Anlagen in Rüstungskonzerne, Investitionen in ausbeuterische Unternehmen? Investitionen in ausländische Waffenfabriken, die sogar verbotene Waffen herstellen, wie Streubomben, Antipersonenminen und Atombomben? Oder weiterhin: «Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen»? – Den guten Steuerzahlern Zürichs nie in die Suppe spucken? –