Rechtstreit wegen PFAS-Verunreinigung

Flughafen Salzburg

Flughafen Salzburg | Foto: Karl Traintinger

„Alle kaufen alles ein zum Hofer-Preis“ Ja, das dachte sich wohl auch die Hofer-Konzernmutter Aldi Süd bei der Beilegung eines millionenschweren Rechtsstreits mit dem Salzburger Flughafen. Durch den außergerichtlichen Vergleich der beiden Parteien werden nämlich indirekt die Steuerzahlenden zur Kasse gebeten. Heute im So. Wochenkommentar.

So Wochenkommentar

Von Manuel Prodinger

Seit Mitte 2026 ist sie eröffnet: die neue Konzernzentrale des deutschen Diskonters Aldi Süd in Salzburg-Maxglan. Begleitet wurde der Bau von einem Rechtsstreit mit dem benachbarten Salzburger Flughafen. Inhalt waren Bauverzögerungen durch verunreinigtes Grundwasser, verursacht durch die sogenannten Ewigkeitschemikalien PFAS. Dabei handelt es sich um Stoffe, die in der Natur nicht abgebaut werden und bei Menschen das Hormon- und Immunsystem schädigen können. Diese Chemikalien waren im Lösch-Schaum enthalten und sind durch Feuerwehrübungen des Flughafens in den Boden gelangt.

Das Grundstück in Maxglan wurde bereits 2014 von Aldi Süd erworben. Zu diesem Zeitpunkt war eine PFAS-Verunreinigung des Grundwassers noch nicht bekannt. Bei der Umwidmung zu Bauland im Jahr 2019 war die Verunreinigungen des Flughafengeländes jedoch schon dokumentiert. Für den Bau einer Tiefgarage im Aldi-Süd-Komplex hätte also Grundwasser entnommen und gereinigt werden müssen. Stattdessen wird nun ein oberirdisches Parkhaus errichtet. Diese Umplanungsmaßnahmen hätten eine Schadenssumme von 1,8 Millionen Euro verursacht, weshalb der Konzern den Flughafen auf Schadensersatz verklagte. Laut Salzburger Nachrichten forderte Aldi Süd weitere zwei Millionen Euro für etwaige künftige Schäden.

Der nun vorliegende außergerichtliche Vergleich soll laut Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) zwischen zwei und zweieinhalb Millionen Euro liegen. Eine Summe, die letztlich die Salzburger Steuerzahlenden begleichen dürfen, denn der Flughafen Salzburg gehört zu 75 % dem Land und zu 25 % der Stadt Salzburg. Zum Hofer-Preis kaufen die Salzburgerinnen und Salzburger hier jedenfalls nicht ein.

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