Eines Tages – 2005 oder so – kam ein junger Mann in unsere Taverne hier in Salvador, Bahia, Brasilien. Er sagte, er sei Deutscher, sprach aber ein sehr rudimentäres Deutsch. Darauf erzählte er, sein Großvater sei in den 60er Jahren von der Türkei in die Bundesrepublik migriert. Dieses Bild passte gut zu Tilo Sarrazins Buch, das ich vor einiger Zeit gelesen hatte.
Als wir 2013 nach langen Jahren wieder nach Europa reisten, beobachtete ich Folgendes: Gleich nach der Ankunft in Frankfurt schob ich das Wägelchen mit den Koffern zur Autovermietung. Der junge Mann, der mich sehr gut bediente hieß Karim. Auch sprach er perfekt deutsch … jedoch mit merkbarem ausländischen Akzent. Eben so, wie ich heute noch portugiesisch mit österreichischem Akzent spreche.
In Österreich interagierte ich mit Personal aus Kroatien und Ungarn. Wieder zurück in Frankfurt wiederholte sich die mir nicht ganz verständliche Szene. Junges Personal, bester Serviçe, schönes Deutsch … mit ausländischem Akzent. Sowohl in der Garage und beim Zurückgeben des Leihwagens, als auch beim Bezahlen der Differenz. Herr Karim hatte mir den Aufpreis für die Vollkasko-Versicherung angedreht.
Als ich die Höhe des noch zu beahlenden Betrags hinterfragte, überrschte mich der junge Ausländer auch noch mit einem lustigen Schmäh, den sich ein Deutscher wahrscheinlich nicht erlaubt hätte.
„Steuern!“, sagte er und lachte!“ „Vater Staat will auch seinen Teil kassieren! Drum bist Du ja sicher weg von Deutschland“!, fügte er noch hinzu. Dann lachten wir beide! Auch beim Check-In und im Hotel hatten wir nur mit Ausländern zu tun, die uns gut bedienen und pefektes Deutsch sprachen.
Meine Frage: „Wie werden die Deutschen von heute mit der Tatsache fertig, daß nicht mehr nur ausländische Handlanger rührig sind im Lande, sondern auch sehr viele gebildete, gut ausgebildete und kompetente Menschen,“ blieb bis heute unbeantwortet.
Salvador, 27. Mai 2015

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