Manche Ateliers erzählen schon beim Eintreten etwas über den Menschen, der dort arbeitet. So war es auch bei meinem Besuch bei Reinhardt Sampl in Schwerting bei Lamprechtshausen. Der helle Raum, die langen Bildformate an den Wänden, die Farben, Pinsel und Papiere auf den Arbeitstischen – alles wirkte offen, ruhig und zugleich voller Konzentration.

Von Karl Traintinger
Reinhardt Sampl, 1953 in Tamsweg geboren und seit vielen Jahren in St. Andrä im Lungau und Lamprechtshausen im Flachgau zu Hause, gehört zu jenen Künstlern, die ihre Landschaft nicht einfach abmalen. Er verwandelt sie in Malerei, die Erinnerung, Licht und Stimmung aufnimmt. Besonders seine Triptychen bleiben im Gedächtnis. Darin ziehen sich Täler, Hänge und Himmel wie farbige Linien durch das Bild, klar erkennbar und doch nie bloß Abbild.
Beim Gespräch merkt man schnell, wie aufmerksam Sampl beobachtet. Er spricht über Farben, Rhythmen und Übergänge mit einer angenehmen Ruhe, die auch seine Bilder ausstrahlen. Seine Arbeiten sind kraftvoll, dabei aber nie laut. Sie leben von gut gesetzten Akzenten und einem feinen Gespür für Komposition.








Im Atelier wird außerdem sichtbar, dass sein Schaffen weit über die Landschaft hinausgeht. Auch Akte und Porträts gehören zu seinem Werk. Und doch bleibt in allen Arbeiten seine unverwechselbare Handschrift erkennbar: Klarheit, Ernsthaftigkeit und die spürbare Freude am Experiment.
Wer Prof. Reinhardt Sampl begegnet, trifft auf einen Künstler, der viel gesehen und erarbeitet hat, dabei aber angenehm unprätentiös geblieben ist. Der Atelierbesuch war für mich eine schöne Begegnung mit einem Menschen, der seiner Heimat und der Malerei auf sehr eigene Weise verbunden ist.
Siehe auch:
Reinhardt Sampl – Akte >
Reinhardt Sampl. Malen im Lungau >
Reinhardt Sampl: Land | Stadt | Akt | Abstrakt >

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