Aus der Romanik, der Epoche zwischen etwa 1000 und 1200, sind in der Stadt Salzburg nur wenige plastische Werke erhalten. Zu diesen seltenen Zeugnissen zählt ein romanischer Löwe, der heute im Eingangsbereich des sogenannten Langenhofs in der Altstadt zu sehen ist.

Von Karl Traintinger
Der Zugang zum Langenhof befindet sich in der Sigmund-Haffner-Gasse 16, gegenüber der Juridischen Fakultät der Paris-Lodron-Universität. Der Name des Hofes geht auf seinen ursprünglichen Besitzer, den Fürsterzbischof Matthäus Lang, zurück. Der Eingangsbereich vereint auf engem Raum unterschiedliche kunsthistorische Epochen.
Auf der rechten Seite des Durchgangs steht der romanische Löwe, auf der linken Seite ein barocker Brunnen. Ein weiterer Löwe aus derselben Zeit befindet sich in der Franziskanerkirche, was auf die Bedeutung dieses Motivs in der mittelalterlichen Sakralkunst Salzburgs hinweist.
Die Skulptur stammt ursprünglich vom Lettner, der steinernen Schranke des Altarraums des alten Salzburger Doms. Der Löwe hält mit seinen Pranken eine Inschriftentafel, auf der vermerkt ist, dass „Bruder Bertram den Lettner vollendet habe“ und mit der Bitte verbunden wird, Gott möge ihn dafür unter die Seligen aufnehmen. Die Plastik ist damit nicht nur ein bedeutendes kunsthistorisches Objekt, sondern auch eine seltene Quelle zur Bau- und Frömmigkeitsgeschichte des mittelalterlichen Salzburgs.
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