Neue Mobilitätsansätze
Zu den besonderen Qualitäten der Salzburger Verkehrspolitik zählt, dass sie dem Bürger regelmäßig neue Einsichten vermittelt. Derzeit vor allem die, dass der Weg in die Stadt keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist.
Die kommende, baustellenbedingte Neutorsperre, selbstverständlich alternativlos, gerät so zur kleinen Lehrstunde des Fortschritts. Über Jahre hielten viele an der naiven Vorstellung fest, man könne mit dem Auto dorthin fahren, wo man eben hinmuss. Nun lernen sie, dass Mobilität im 21. Jahrhundert vor allem Verzicht verlangt – und Geduld.
Passend dazu werden Parkgebühren erhöht und Parkzeiten verkürzt. Auch das folgt einer inneren Logik. Wer schon einen Platz findet, soll sich wenigstens nicht allzu lange mit der Illusion eines längeren Aufenthalts anfreunden.
Die geplante Einfahrtssperre für Nicht-Kernzonenbewohner im Sommer fügt sich harmonisch ins Bild. Salzburg pflegt damit eine Form von Offenheit, die ihre Grenzen sehr genau kennt. Willkommen ist, wer bereits da ist. Alle anderen dürfen Rücksicht üben.
Man muss das nicht beklagen. Es hat vielmehr eine gewisse Konsequenz, wenn eine Stadt, die vom Tourismus und von ihrer Anziehungskraft lebt, den Zugang zu sich selbst zunehmend als Ausnahmefall organisiert. Das ist stringent, auf seine Weise modern und vielleicht sogar ein wenig typisch Salzburg.
Sollte nun noch jemand herausfinden, wie man trotz all dieser Maßnahmen zu Arzt, Arbeit oder Altstadt gelangt, wäre das beinahe schon eine verkehrspolitische Innovation. Bis dahin bleibt als nüchterne Feststellung: Rot-Rot-Grün beschreitet schneidig neue Wege.

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