Sieben Tische in halbkreisförmiger Anordnung, darauf metallene Klangschüsseln aus Nepal, zieren den Bühnenbereich des stimmungsvollen Amphitheaters der Naturwissenschaftlichen Universität Salzburg. Dahinter postiert die Sängerinnen und Sänger – in der Mitte der Komponist selbst.

Von Siegfried Steinkogler
Wie bei den Pflanzenritualen des Volkes der Bantawa Rai der Schamane – greift der Performance Künstler Rupert Huber jetzt selbst zur Sang Mao, derjenigen Trommel, die für die nötige Einstimmung auf das Heilritual sorgt. Die Gesangsgruppe setzt mit leisen, nach innen gerichteten Stimmen ein, vom Komponisten als „Wirkungsgesang“ bezeichnet. Dazu werden mit Geigenbögen, später auch mit präparierten Trommelschlägeln, kleinere und größere Klangschalen in Schwingung versetzt, was einen sich stets bewegenden flageolettton-artigen Klangteppich erzeugt.
In mehreren, gut durchorganisierten Abschnitten werden verschiedene Arten des Wirkungsgesangs vorgestellt, wobei die Palette vom Kontaktgesang über den Resonanzgesang bis zu Tanz- und Heilgesängen reicht. Dabei ist von entscheidender Bedeutung, dass der Gesang nicht vom Sängerindividuum aus aktiv geformt wird (wie in der westeuropäischen Kultur üblich) – vielmehr sollen sich die Sänger aus sich selbst heraus inspirieren lassen.

Was aber bedeutet der Titel SEOLI? Die in Ost-Nepal beheimateten Bantawa Rai bezeichnen mit SEOLI ein Kräuterbündel, das von ihren SchamanInnen benutzt wird, damit diese während der Heilung negative Außeneinflüsse von sich abzuhalten im Stande sind. Während ein Schamane mit einem „schädlichen Geist“ kämpft, kan…

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