Salzburg und seine Lieblingsfarbe

Internationale Stiftung Mozarteum - Mirabellgarten - Ottmar-Hoerl - Mozart - Skulptureninstallation Foto: © Wolfgang Lienbacher

Internationale Stiftung Mozarteum - Salzburg Mirabellgarten - Ottmar-Hoerl - Mozart - Skulptureninstallation Foto: © Wolfgang Lienbacher

Der deutsche Konzeptkünstler Ottmar Hörl weiß, wie man aus einer Idee eine Serie und aus einer Serie ein Ereignis macht. In Salzburg stellt er nun 400 goldene Mozart-Figuren in den Mirabellgarten: halbmeterhoch, wetterfest und später auch käuflich. Kunst zum Anschauen, Abfotografieren und Mitnachhausenehmen – Mozart als Souvenir seiner selbst.

Hörl nennt so etwas gern „Kommunikationsmodell“. Ein treffendes Wort für Kunst, die im öffentlichen Raum glänzt, sofort verstanden werden will und sich am Ende auch gut vermarkten lässt. Die kleinen Mozarts sind dafür ideal: Kunstwerk, Kulisse und Geschäftsmodell in einem. Dass Mozart mit Hündin Pimperl auftritt, macht die Figur noch gefälliger. Das Genie wird zur goldenen Kunststoffgestalt mit Haustierbonus. Charmant, publikumsfreundlich, selfietauglich.

Ottmar Hörl hat das gut durchdacht. Oder, um es auf den Punkt zu bringen, die ehrlichste Salzburg-Metapher seit Langem: Mozart ist hier kein Komponist mehr, sondern Rohstoff. Ein Künstler formt ihn zur Serie, die Stadt macht daraus Glanz und am Ende wird alles stückweise verkauft. Genau wie die Stadt es am liebsten mag.

Als Spaziergänger freue ich mich auf Kunst im öffentlichen Raum, die auch Diskussionen zulässt!


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2 Kommentare zu "Salzburg und seine Lieblingsfarbe"

  1. Zäcilia Dottergelb Zäzilia Dottergelb | 19. April 2026 um 22:15 |

    Es ist ein Fakt: Die beste „Kunst im öffentlichen Raum“ waren tatsächlich jene bunten Rindviecher, die einst die Stadt bevölkerten. Bemalte Kühe als kreativer Höhepunkt! Alles danach war nur noch ein liebloser Abklatsch und mittelmäßiges Abkupfern. Offenbar sind nach den Plastikkühen schlicht die visionären Ideen ausgegangen.

  2. Dann muss man sich über die Preise in der Stadtgastronomie wirklich nicht mehr wundern: Ein Espresso um knapp fünf Euro, ein Soda Zitron um 6,50 Euro und eine Bratwurst um 20 Euro – einladend wirkt das alles längst nicht mehr.

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