Wien ist anders. Wenn die Stadt ein Zeichen setzen will, dann geschieht das nicht still und bescheiden, sondern sichtbar, symbolisch und mit einem Aufwand, der Aufmerksamkeit garantiert.
Das Karl-Lueger-Denkmal wird nun um 3,5 Grad gekippt. Nicht nur als baulicher Eingriff, sondern als bewusstes Signal gegen den ungebrochenen Personenkult rund um einen Bürgermeister, der Wien infrastrukturell stark geformt hat, zugleich aber auch als prägender Antisemit gilt. Dass diese Vergangenheit nicht einfach kommentarlos stehen bleiben soll, ist richtig und notwendig.
Diskutiert wird dennoch über den Preis: Knapp 776.000 Euro kostet das Projekt inzwischen. Und genau da beginnt für viele das Unbehagen. Erinnerung ist wichtig, keine Frage. Aber muss ein solches Zeichen wirklich so viel kosten?
Ein Salzburger Spaziergänger bringt es schlicht auf den Punkt: In Wien wird sogar das Erinnern zur großen Inszenierung – und die hat ihren Preis.
Siehe auch:
Lueger-Denkmal: Zwischen Monument und Schieflage >


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