„Schöne Seelen“ – Ist ja eh alles eins!

„Schöne Seelen“ – Ist ja eh alles eins!

Felix Salten (1869-1945) ist vor allem als Autor des Kinderbuchklassikers „Bambi“ bekannt. Er war einer der profiliertesten Journalisten seiner Zeit und hinterließ zahlreiche Romane, Novellen, Theaterstücke und Filmdrehbücher. Susanna Szameit, langjähriges Ensemblemitglied am Salzburger Landestheater, inszeniert sein 1902 in Berlin uraufgeführtes Lustspiel im Kleinen Theater. Die Premiere am 28. Jänner 2026 entführte das Publikum in das Wien der Jahrhundertwende. Viel Applaus als Dank für einen überaus charmanten Theaterabend.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

In einem Wiener Etablissement ist das Séparée Nr. 7 für die Theaterstatistin Mizzi Manhardt reserviert. Sie ist Stammgast und kommt, zur großen Freude von Oberkellner Heinrich, seit 15 Jahren regelmäßig hierher. Gegen die ständig wechselnden Begleiter hat er nichts einzuwenden, denn es sind lauter „anständige“ Herren, also Prinzen, Grafen oder hohe Militärs.

Heute hat das Fräulein Manhardt einen stürmischen jungen Mann im Schlepptau, der kein Interesse an einem ordentlichen Dîner zeigt. Während Mizzi genüsslich ihren Kaviar verzehrt, hält sich der Prinz standesgemäß lieber an den Champagner. Der bekommt ihm aber gar nicht gut, schläft er doch bald schon friedlich ein.

Das nutzt der Oberkellner, um Fräulein Manhardt von seinen Zukunftsplänen zu erzählen. Er will sich selbständig machen und in Dornbach „Die hölzerne Birne“ übernehmen. Jetzt braucht der Junggeselle nur noch die passende Frau.

Jurek Milewski brilliert als liebenswerter, gutmütiger Oberkellner, der seiner Angebeteten zwar schon viele Briefe geschrieben, aber nicht überreicht hat. Judith Brandstätter steckt als lebenslustige Schauspielerin, die scheinbar auch mit ihren kleinen Rollen zufrieden ist, in einem phantastischen Kleid, das ihre Reize voll zur Geltung bringt. Kein Wunder, dass sich die Herren der besseren Gesellschaft um sie reißen. Dinko Bilic gibt den einfältigen Prinzen, der sich diesen Abend völlig anders vorgestellt hat. Verena Kitzler wuselt als entzückender Piccolo über die Bühne und muss sich ständig herumkommandieren lassen. Fabian Janisch hat als philosophierender Klavierspieler seinen großen Auftritt.

Felix Saltens Einakter besticht mit einer Mischung aus melancholischer Stimmung und burlesker Lustbarkeit. Das Lustspiel schildert liebenswert und mit viel Humor die Lebensumstände der feineren Gesellschaft um die Jahrhundertwende und unterhält damit bestens.

Dorfgockel

Sie schätzen unsere Bühnenberichte?
Freunde helfen der Dorfzeitung durch ein Abo (=Mitgliedschaft)! Wir sind sehr stolz auf die Community, die uns unterstützt! Auf diese Weise ist es möglich, unabhängig zu bleiben.

Es gibt zwei einfache Wege, zum Freund der Dorfzeitung zu werden.

Überweisung der Abogebühr (ohne Kreditkartenabo)
Sie werden für ein Jahr ein außerordentliches Vereinsmitglied (ohne Rechte und Pflichten) des Herausgebervereins (Kulturverein Dorfzeitung KULTUR online) zum Jahrespreis von 54 €. Es ist dazu ihre Post- und E-Mailadresse notwendig, damit wir die Rechnung für den Mitgliedsbeitrag schicken können. Nach Eingang der Zahlung bekommen Sie einen Steady-Gastzugang für 1 Jahr. Verlängerungen sind möglich. Kontaktformular >

Direktabo mit Kreditkartenzahlung
Ein weiterer Weg ist ein Direktabo via Steady, wie es im Folgenden beschrieben und angeboten wird.

INSERT_STEADY_CHECKOUT_HERE


Kommentar hinterlassen zu "„Schöne Seelen“ – Ist ja eh alles eins!"

Hinterlasse einen Kommentar