Joel Gibb, Frontmann von „The Hidden Cameras“, gastierte am 26. Februar 2026 im Rockhouse Salzburg mit einem Solo-Set, das seine Songs in neuer, reduzierter Form zeigt.

Von Sandra Pichler
Den Auftakt gestaltete „The Vintage Cinema Club“ mit Salzburger Indie-Charme. Die Band setzt auf gitarrengetriebenen Indie-Rock mit leichtem Garage-Einschlag und atmosphärischen Keyboardflächen. Druckvoll, melodisch und klar strukturiert bereiten sie den Boden für den Hauptact des Abends vor.
Nach kurzer Umbaupause betritt Joel Gibb die Bühne, komplett in Weiß, ein bewusst reduziertes, fast ikonisches Bild. Die ersten Songs trägt er beinahe tranceartig vor, mit geschlossenen Augen, konzentriert und tief in seine eigene Klangwelt versunken. Die Stimme bleibt dabei das zentrale Instrument: theatralisch, klar geführt und voller Ausdruck.
Gibb ist zuletzt 2014 im Rockhouse aufgetreten und kehrt nun sichtbar gelöst und mit einem Augenzwinkern zurück. In gebrochenem Deutsch spricht er mit dem Publikum, verweist auf Salzburg als Mozartstadt und bittet auch mal charmant ums Mitsingen.
Gibb tourt aktuell solo. Während „The Hidden Cameras“ seit jeher als wandelbares Kollektiv funktionieren, nutzt er die Solo-Form, um seine Songs in reduzierter und persönlicher Form zu präsentieren. Seine Musik setzt weniger auf klassische Gitarrenarrangements, sondern stärker auf Synthesizer, klare Beats und elektronische Texturen. Das bedeutet: mehr Fokus auf die Stimme, Atmosphäre und Dramaturgie, weniger Band, mehr unmittelbare Präsenz.


Für einige Stücke holt Gibb den Opener „The Vintage Cinema Club“ aus Salzburg wieder auf die Bühne. Das Echo des Publikums ist groß, sind doch viele Fans der Salzburger Lokalhelden gekommen. Gemeinsam interpretieren sie Songs mit deutlicher Country-Note, warm, rhythmisch und mit spürbarer Spielfreude.
Zwischendurch setzt Gibb einen Heulschlauch ein (auch bekannt als Humming Tube) und wirbelt ihn über dem Kopf. Dieses ungewöhnliche Instrument erzeugt rotierende, vibrierende Töne und eine fast meditative Klangfläche. Gibb präsentiert aber auch mit „You Can Call“, einen eingängigen Track aus dem aktuellen „The Hidden Cameras“ Album. Der Song spielt ironisch mit der Idee eines möglichen Eurovision-Beitrags. Er ist poppig, klar strukturiert und geht sofort ins Ohr.
Zum Finale kehrt „The Vintage Cinema Club“ noch einmal auf die Bühne zurück, bevor Gibb die Zugaben allein bestreitet. Damit endet ein spannender Konzertabend, der lokale Gitarrenenergie mit internationaler Indie-Ästhetik verbindet, stilistisch vielfältig, charmant moderiert und musikalisch tiefgründig.

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