Sparen auf Kosten der Schwächsten

Leere Taschen

Foto: Tumisu auf Pixabay

Kürzungen im Gesundheitswesen: Kleinvieh macht auch Mist

Knapp 34 Millionen Euro jährlich – diese Summe spart die österreichische Gesundheitskasse durch jüngste Änderungen ein. Das ging aus einer Anfragebeantwortung von Gesundheitsministerin Korinna Schumann im Nationalrat hervor.

So Wochenkommentar

Mein Name ist Sarah Weber und ich begrüße Sie zum So Wochenkommentar.

Jene Einsparungen sind bereits seit März bzw. Mai dieses Jahres schrittweise in Kraft getreten. Doch auch wenn diese Summe im Milliardenbudget der ÖGK untergeht: Gespart wird hier nicht im System, sondern direkt bei der Gesundheit der Versicherten.

Was im ersten Moment nach viel Geld klingt, ist bei einem ÖGK-Gesamtbudget von über 20 Milliarden Euro eigentlich nur ein Bruchteil. Für das System mag es also ein winziger Prozentsatz sein, für den einzelnen Patienten jedoch, sind die Auswirkungen real. Das sind Kürzungen, die genau jene treffen, die ohnehin schon mit dem Rücken zur Wand stehen.

Gespart wird nämlich nicht in der Verwaltung, sondern beim Zahnersatz, wo Selbstbehalte steigen, oder bei Krankentransporten, die künftig noch strenger bewilligt werden. Sogar der Familienzuschlag beim Krankengeld wurde ersatzlos gestrichen. Besonders hart trifft das Alleinverdiener und Alleinerziehende. Was bedeutet das also konkret? Wer beispielsweise seine pflegebedürftige Mutter versorgt und gleichzeitig krankgeschrieben ist, hat ab jetzt weniger Geld, aber gleich viel Verantwortung. Oder, für jemand mit Mindestlohn kann der höhere Selbstbehalt beim Zahnarzt bedeuten, dass der Termin verschoben oder gar komplett gestrichen werden muss, da das Geld für eine Krone nicht reicht.

Sparen ist notwendig – das steht außer Frage. Aber wer beim Zahnersatz, beim Krankentransport und beim Krankengeld ansetzt, spart nicht am System. Er spart an den Schwächsten. Und das ist ein Unterschied, den man im echten Leben spürt.

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