Der eingebildete Kranke
Die theaterachse, spielraum der sinne, feiert ihr 30-jähriges Bestehen mit Molières letztem Werk, dem 1673 uraufgeführten Komödienklassiker. Die viel gespielte, absurd-komische Gesellschaftssatire prangert den übertriebenen Körperkult und die Geldgier und Ignoranz von Ärzten an.

Die Premiere fand am 30. 6. 2025 als Gastspiel im OFF Theater statt. Nach der umjubelten Vorstellung lud der künstlerische Leiter der theaterachse, Mathias Schuh, zum gemütlichen Beisammensein, um den runden Geburtstag gebührend zu feiern.
Herr Argan thront auf seinem Leibstuhl und ärgert sie über die hohen Rechnungen seiner Ärztin. Da kommt ihm die glorreiche Idee, sein Töchterchen Angélique mit einem Arzt zu verheiraten. Das hätte für ihn nur Vorteile. Der Neffe seiner Ärztin ist genau der Richtige, erhält er doch gerade die Zulassung. Der passende Schwiegersohn wäre damit bereits gefunden.
Angélique weigert sich strikt, diesen etwas lahmen jungen Mann zu heiraten, ist sie doch schon längst in jemand anderen verliebt. Für Argan und seine heuchlerische Gattin Bèline ist klar, das störrische Mädchen muss ins Kloster. Mit vielen Tricks und drastischen Mitteln gelingt es Argans Schwester und dem munteren Dienstmädchen Toinette, dem Hypochonder die Augen zu öffnen. Bèline macht sich aus dem Staub und Angélique darf heiraten, wen sie will. Die Ausbildung zum Arzt kann ja nachgeholt werden.
Mathias Schuh gelingt diese Inszenierung mit nur sechs Personen. Konstantin Beck simuliert als kränkelnder Argan seinen Tod so täuschend echt, dass Gattin und Tochter (Sophia Schuh) prompt darauf hereinfallen und so ihr wahres Gemüt zum Vorschein kommt. Während Bèline ihr Glück kaum fassen kann, ist Angéliques Kummer über den Tod des geliebten Vaters rührend und echt. Karoline Schragen brilliert als hinterhältige, berechnende Gattin, die schon nach dem Erbe greift. Wenig später taucht sie mit neuer Frisu…
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