Beim Betreten der Periscope-Galerie wirkt der Raum zunächst bewusst unübersichtlich. Materialien tropfen, fließen, schäumen, reißen auf, verpuffen und glitzern. Nichts scheint hier festgefügt, alles ist in Bewegung.

Von Karl Traintinger
Die Ausstellung „welcome to my land of cream“ von Liza Dieckwisch und Kathrin Graf entfaltet sich als vielschichtige Installation aus Bildern, bodendeckenden Plastiken und von der Decke hängenden Gebilden.
Dazwischen liegen vertraute Formen der österreichischen Mehlspeisküche: Punschkrapferl, Zuckerbrezen, Schnitten, Kaiserschmarrn oder Salzburger Nockerl. Doch was nach süßer Vertrautheit aussieht, wird schnell irritierend. Die in Plastik gegossenen, eigentlich flüchtigen Zuckerschaum-Gebilde wirken gleichzeitig appetitlich und künstlich, vertraut und fremd. Diese Spannung erzeugt beim Betrachten eine leichte, durchaus gewollte Verunsicherung.
Die Arbeiten bewegen sich zwischen Lust und Überdruss, zwischen Glanz und Zerfall. Süße erscheint hier nicht nur als Geschmack, sondern als kulturelles Bild, das verführt und zugleich kippen kann. Die Materialität spielt dabei eine zentrale Rolle: Was weich und vergänglich scheint, ist plötzlich erstarrt, was glänzt, wirkt im nächsten Moment brüchig.






Für mich zeigt die Ausstellung vor allem junge Kunst im Prozess. Die Arbeiten wirken suchend, experimentell und offen, weniger als fertige Aussage denn als Einladung zum Mitdenken. „Welcome to my land of cream“ verlangt kein schnelles Gefallen, sondern Aufmerksamkeit – und genau darin liegt ihre Stärke.
Siehe auch:
Anke Eilergerhard: Zuckerträume in Silikon >
periscope
5020 Salzburg, Sterneckstraße 10
Liza Dieckwisch – Kathrin Graf: bis 23. Jänner 2026

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