Tatjana Kruse: Mumien morden mittwochs nie

Tatjana Kruse | Foto: Haymon Foto: © Jürgen Weller

Tatjana Kruse | Foto: Haymon Foto: © Jürgen Weller

Tatjana Kruse: Mumien morden mittwochs nie

Autorin: Tatjana Kruse
Titel: Mumien morden mittwochs nie – Eine ziemlich verfluchte Krimödie
Genre: Belletristik, Krimi
ISBN: 978-3-7099-8240-2
Verlag: Haymon Verlag
Erschienen: 26.08.2025

Klappentext:

Wir wissen, wie gefährlich es nachts im Museum ist. Jetzt lernen wir, wie gefährlich es auch tagsüber sein kann …

Escape Game im Museum? Man könnte fast denken, man wäre mitten in einem – allerdings ohne der üblichen sechzigminütigen Zeitbegrenzung –, als während der Pressekonferenz zu einer aufsehenerregenden Ausstellungseröffnung mit Artefakten aus dem Alten Ägypten ein Museumsmitarbeiter nach dem anderen spektakulär zu Tode kommt. Es stellt sich die Frage: Gibt es eine logische Erklärung für die Ereignisse, oder ist etwas weitaus Unheimlicheres im Gange? Geht etwa eine Mumie im Blutrausch um? Kann man seinen eigenen Sinnen eigentlich noch trauen?
Morden Mumien besser? So hat sich die junge Dr. Apollonia Obermoser (für ihre Freunde: Polly) das jedenfalls nicht vorgestellt, als sie endlich ihren Fund von Artefakten aus der siebten Dynastie rund um den Pharao Teti III. präsentieren kann. Am nervigsten findet sie allerdings, dass die Tochter der millionenschweren Museumseignerin, Daphne Gamser, der festen Überzeugung ist, dass eine Mumie für die Morde verantwortlich ist. Polly, die das – zurecht – äußerst lächerlich findet, macht sich auf die Suche nach „echten“ Spuren. Viel anderes bleibt ihr auch nicht übrig, denn durch einen Hackerangriff befindet sich das Museum plötzlich im Lockdown-Modus und jeglicher Kontakt zur Außenwelt ist unterbunden – also muss Frau, mal wieder, selber ran. Und dass hier irgendetwas Böses – menschlich oder nicht – sein Unwesen treibt, zeigt sich mit jeder Minute deutlicher …

Dass ausgerechnet Daphne zu ihrer stärksten Verbündeten wird und doch nicht so oberflächlich ist, wie sie tut, hätte Polly niemals gedacht. Auch nicht, dass sie ihre Sinneswahrnehmung so im Stich lässt und eventuell doch eine Mumie mit Killeraxt durchs Museum wütet.

Anna Lemberger

Rezension von Anna Lemberger

Für die Ägyptologin Dr. Appollonia „Polly“ Obermoser wird ein Traum wahr: Sie darf eine Ausstellung mit Artefakten des kaum bekannten Pharaos Teti III. organisieren. Dafür muss sie sich jedoch mit angenehmen und weniger angenehmen Zeitgenossen arrangieren – allen voran Daphne, die Tochter der reichen Museumsbetreiberin Gamser, und dem ehrgeizigen Museumsdirektor Pucci, der aus der Schau lieber eine bunte Pop-Show machen möchte.

Unmittelbar nach Beginn der Pressekonferenz passiert es: Eine schwere Deckenleuchte stürzt zu Boden und begräbt einen der Mitarbeiter unter sich. Doch das ist erst der Beginn einer schrecklichen Unglücksserie …

Während der Museumsdirektor den Elektriker beschuldigt, wittert das verwöhnte It-Girl Gamser sofort den Fluch der Mumie. Doch Polly bleibt auf dem Boden der Realität und weist darauf hin, dass keine Mumie anwesend ist – der Sarkophag ist leer. Eine Intervention des Pharaos Teti, direkt oder indirekt, kann also ausgeschlossen werden.

Als jedoch die Zahl der Toten steigt und die Todesarten immer bizarrer werden, beginnt selbst die nüchterne Ägyptologin zu zweifeln.

Im Mittelpunkt steht die Heldin der Geschichte, Appollonia „Polly“ Obermoser. Ihr Verlobter Timothée, dessen Vorfahren die Artefakte einst aus Ägypten mitgebracht hatten, ist allerdings nicht so treu, wie sie es sich wünschen würde. Immer wieder findet er Trost in den Armen von Daphne – jener Frau, der Polly ohnehin nie getraut hat.

Nach einem Lockdown im Museum ist die Gruppe eingeschlossen – und wird von Kapitel zu Kapitel kleiner, da immer mehr der Anwesenden das Zeitliche segnen. Schließlich müssen sich ausgerechnet Daphne und Polly zusammentun. Und plötzlich merkt die Expertin für ägyptische Artefakte, dass die „verwöhnte Göre“ eigentlich ganz sympathisch sein kann.

Kruse, eine ausgewiesene Expertin für Kriminalkomödien, kombiniert in dieser pechschwarzen Satire ihre beiden Leidenschaften: ihr Geschichtsstudium und ihre Liebe zum Schreiben skurriler Krimis. Mit Wortwitz, Ironie und Fantasie gelingt ihr ein außergewöhnliches Lesevergnügen.

Das Cover fällt sofort ins Auge, macht neugierig, und die Einleitung führt gekonnt in die Handlung ein. Der Hauptteil glänzt mit schwarzem Humor, schrägen Einfällen und beißender Komik, während die Autorin ihre Leser:innen mit viel Spannung durch das Buch führt. Gegen Ende überrascht eine völlig unerwartete Wendung – mit einem Täter, an den niemand gedacht hätte.

Eine grandiose, pointierte Kriminalsatire, die den sprichwörtlich englischen Humor vor Neid erblassen lässt. Das Wechselspiel von schwarzer Komik und kriminalistischer Spannung ist Kruse meisterhaft gelungen – ein besonderes Vergnügen für alle Freund:innen des feinen, bösen Witzes.


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