Thomas Neuhold: Salzkammergut – Orte der Erinnerung

Thomas Neuhold

Thomas Neuhold bei der Buchpräsentation am 8. Mai 2024 in der Salzburger Academy Bar > | Foto: © 2024 Karl Traintinger

Thomas Neuhold: Salzkammergut – Orte der Erinnerung

Autor: Thomas Neuhold
Titel: Salzkammergut – Orte der Erinnerung. Hingehen, begreifen, niemals vergessen
ISBN: 978-3-7025-1124-1
Verlag: Anton Pustet
Erschienen: 8. Mai 2024

Klappentext:

Eine Landkarte der Erinnerung

Vom Widerstandsversteck „Igel“ bis zum Feriendomizil der Familie Goebbels – in wenigen anderen Regionen Österreichs liegen die Widersprüche auch geografisch so nah beieinander wie im Salzkammergut. Hier kreuzen sich die Spuren von Rebellen und Widerstandskämpferinnen, Opfern und Verfolgten mit denen von Kriegsverbrechern und hochrangigen NS-Tätern. In einem kleinen Handbuch werden die einzelnen Orte kurz beschrieben. Der beiliegende Faltplan markiert die Plätze und gibt Hinweise zur Orientierung.

Unter anderem finden sich: Zwangsarbeiterlager in Nußdorf am Attersee, KZ-Stollen und -Friedhof in Ebensee, Haus von Franz Kain in Bad Goisern, Villa Roth am Grundlsee, Fluchtroute von Sepp Plieseis, Theresia-Pesendorfer-Platz in Bad Ischl, Löwendenkmal am Traunsee

Die ländliche Postkarten-Idylle weist auch blinde Flecken auf, diese Karte macht sie sichtbar. Mit rund 30 Orten, an die wir uns aus unterschiedlichen Gründen erinnern sollten, von bekannten und weniger bekannten Villen, Schlössern und Lagern aus der NS-Zeit über vergessene Verstecke und Fluchtrouten bis hin zu bedeutsamen Denkmälern und Kunstinstallationen. Zeitraum: 1914 bis 1963

Karl Traintinger

Buchrezension von Karl Traintinger

Steile Berge und tiefe Seen. Unberührtes Naturidyll, Weltkulturerbe und verkitschter Massentourismus. Brauner Sumpf und roter Widerstand. (Thomas Neuhold)

Für den Autor ist das Salzkammergut ein faszinierender Landstrich, der von extremen Gegensätzen geprägt ist. Inmitten romantischer Seen und majestätischer Bergmassive waren in der NS-Zeit auch gesellschaftliche und politische Wahrheiten verbreitet, die von der lokalen Bevölkerung erst langsam aufgearbeitet werden.

Vor 80 Jahren gab es im Salzkammergut sowohl Nazi-Verbrecher als auch Widerstandskämpfer:innen, die KZ-Villen von St. Gilgen und das Partisanenlager „Igel“ im Toten Gebirge. Erst jetzt, zwei Generationen später, beginnt man, sich mit der rostigen, dunklen Vergangenheit zu befassen.

Das vorliegende Buch ist ein wertvoller Mosaikstein in der Gesamtsicht auf das Salzkammergut und ein wichtiger Beitrag dazu, diesen Teil der Geschichte niemals zu vergessen. Es wird mich bei meinen Besuchen vor Ort im Rahmen der Kulturhauptstadt Bad Ischl und Salzkammergut 2024 begleiten.


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