In der Alten Residenz Salzburg trifft in diesem Sommer barocke Baukunst auf zeitgenössische Formensprache: Die Ausstellung „Tony Cragg: Zeiten“ bringt den britischen Bildhauer mit seinen neuesten Arbeiten in die barocken Prunkräume des ehemaligen fürsterzbischöflichen Palasts – ein kunsthistorisch wie atmosphärisch aufgeladener Ort, der Craggs Skulpturen einen eindrucksvollen Resonanzraum bietet.

Von Karl Traintinger
Cragg, Träger des renommierten Turner-Preises und vielfach ausgezeichneter Künstler, ist bekannt für seine organisch fließenden Skulpturen, seine experimentelle Materialwahl – und seine besondere Liebe zu Strukturen und Schichten. In Salzburg lässt er sich bewusst von der opulenten Ausstattung der Prunkräume inspirieren: Er greift klassische Details wie elegante Möbelbeine oder die ornamentalen Muster der Parkettböden auf und verwandelt sie in eine moderne, oft verblüffende Formensprache.
Dabei entstehen kraftvolle Werke, die Vergangenheit und Gegenwart auf spannende Weise miteinander verweben. Tradition und Innovation treten in einen lebendigen Dialog und laden die Besucherinnen und Besucher ein, Raum, Zeit und Geschichte in einem neuen Licht zu sehen. Craggs Skulpturen fordern nicht nur zum Schauen auf, sondern auch zum Spüren und Nachdenken.






Tony Cragg, geboren 1949 in Liverpool, lebt und arbeitet in Wuppertal. Seine Karriere begann in den 1970er-Jahren; seither zählt er zu den bedeutendsten Bildhauern Europas. Er war Professor an der Kunstakademie Düsseldorf, Direktor der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle und ist Gründer des Skulpturenparks Waldfrieden in Wuppertal. Cragg hat in den bedeutendsten Museen und Biennalen der Welt ausgestellt – darunter im Louvre, im MoMA oder bei der Biennale von Venedig.
„Tony Cragg: Zeiten“ ist eine Ausstellung für Kunstliebhaber*innen – und für alle, die Salzburgs kulturelle Vielfalt und die kreative Auseinandersetzung mit Geschichte schätzen. Sie verbindet Bildhauerei auf höchstem Niveau mit einem sensiblen, zeitgemäßen Blick auf unsere Welt – politisch, poetisch und hochaktuell. Ein inspirierendes Kunsterlebnis mitten im Herzen der Stadt.
Postskriptum: Eine seiner großen Skulpturen, die monumentale „Caldera“, steht seit Jahren auf dem Makartplatz in Salzburg – direkt vor der Dreifaltigkeitskirche und schräg gegenüber Mozarts Wohnhaus. Sie lädt Passant*innen ein, innezuhalten und die Stadt mit neuen Augen zu sehen. Auch hier zeigt sich, was Craggs Werk so besonders macht: das Wechselspiel von Masse und Leichtigkeit, von Bewegung und Balance, von Skulptur und Umgebung.

Zu sehen ist die Schau „Tony Cragg: Zeiten“, die in Zusammenarbeit des DomQuartiers mit der Galerie Thaddaeus Ropac realisiert wurde, noch bis zum 6. Oktober 2025 in der Alten Residenz Salzburg.
Siehe auch:
Tony Cragg: Rare Earth im MNAC >

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