Touristen zahlen in Öffis weniger als Einheimische

Ticketpreise bei den Öffis

Unterschiedliche Ticketpreise bei den Öffis | Foto: Karl Traintinger

Urlaubsgäste können um lediglich 50 Cent pro Tag Bus und Bahn im gesamten Bundesland Salzburg nutzen – eine Möglichkeit, von der Einheimische bislang nur träumen können.

So Wochenkommentar

Von Manuel Prodinger

Seit Mai 2025 bekommen Nächtigungsgäste im Land Salzburg das Guest Mobility Ticket, welches für 50 Cent pro Nächtigung zusätzlich zur Ortstaxe verrechnet wird. So kommen die Gäste mit nur einem halben Euro pro Tag durch das ganze Bundesland Salzburg.

Einheimische hingegen bezahlen für ein Tagesticket zwischen Hallein und Salzburg, ohne Ermäßigungen, beinahe 12 Euro. Hier ist die Verwendung des O-Bus Netzes in der Stadt Salzburg gar nicht mitgerechnet. Das wären für einen Tag nochmals 5,20 Euro.

Landesverkehrsreferent Stefan Schnöll von der ÖVP argumentiert, dass die Guest Mobility Tickets gut ankommen und Geld in das Landesbudget spülen. Im vergangenen Jahr wurden bereits mehr als 3 Millionen Tickets ausgegeben. Was sich auch in den Bussen und Zügen bemerkbar macht. Über das gesamte Bundesland hinweg berichten Pendlerinnen und Pendler von überfüllten Verkehrsmitteln. Die Auslastung ist stellenweise so hoch, dass Busse an Haltestellen nicht mehr halten können. Schnöll argumentiert, dass mit den eingenommenen Mitteln das Öffi-Netz ausgebaut und verbessert werden soll, was den Einheimischen zugutekäme. Jedoch ändert das nichts an den hohen Ticketpreisen. Die Mobilitätsabgabe wird zwar im Mai 2027 auf 1,10 Euro pro Nächtigung erhöht, doch eine finanzielle Entlastung von einheimischen Öffi-Nutzerinnen und Nutzern ist nicht in Sicht.

Das Guest-Mobility-Ticket bleibt ein Instrument zur Förderung des Tourismus und stellt keine spürbare Entlastung für die Salzburgerinnen und Salzburger dar. Wie wäre es mit Einheimischentarife für die Öffis, Herr Schnöll? Beim Skifahren kämpfen Sie ja auch dafür in Brüssel.

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