Transparenz und die Kunst des Weglassens

Spaziergänger

Die Stadt Salzburg hat auch heuer wieder beschlossen, der dorfzeitung.com keine Unterstützung* zu geben. Das ist ihr gutes Recht. Geld ist knapp, und wer in diesen Zeiten Förderungen verteilt, muss sparen. Vielleicht auch, um Reserven zu haben, falls bei einem Stadtfest wieder einmal etwas auszugleichen ist. Das Leben ist eben kein Ponyhof.

Bemerkenswert ist nur: Die Absage folgte ohne Begründung. Nicht einmal ein halbwegs höflicher Satz, der verrät, warum ein Förderansuchen über 14.001 Euro am Kulturausschuss offenbar scheiterte. Dabei ist die Sache auf der Homepage der Stadt wunderbar geregelt. Dort weiß man genau, wer wann was beschließt. Bis 14.000 Euro wird im Ressort entschieden, ab 14.001 Euro ist der Kulturausschuss zuständig. Also eigentlich kein Mysterienspiel, sondern Verwaltungsalltag. Eigentlich.

In der Antwort an die dorfzeitung.com fand sich davon allerdings nichts. Kein Beschlusszitat, kein Hinweis auf das Gremium, keine Erläuterung, warum man gerade hier den Rotstift angesetzt hat. Transparenz schaut anders aus. Oder sagen wir es salzburgerisch: ein bissl mehr Auskunft und ein bissl weniger Nebel würden schon helfen.

So bleibt dem Spaziergänger nur ein Kopfschütteln. Nicht über das Sparen. Sondern über die Kunst, Entscheidungen zu treffen und sie zugleich im Nebel verschwinden zu lassen. Das ist vielleicht keine schlechte Verwaltungstechnik. Aber Kultur? Eher nicht.

* Die Dorfzeitung hat noch nie eine Förderung erhalten.

Siehe auch:
Stadtfest kostete deutlich mehr als geplant >

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