„Untersberg“ – Es tropfen die Wände!

„Untersberg“ – Es tropfen die Wände!

Der Untersberg ist reich an sagenhaften Gestalten. Das Auftragswerk der renommierten Schweizer Autorin Anaïs Clerc setzt sich mit dem rätselhaften Berg und seinen Bewohnern in unseren turbulenten Zeiten auseinander.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Fliegen die Raben noch um den Berg oder steht die finale Schlacht zwischen Gut und Böse schon knapp bevor? Die Uraufführung fand am 26. September 2025 in den Kammerspielen statt. Viel Applaus für unterhaltsam servierte aktuelle Themen.

Die uralte Kaiserin Karla sitzt seit hunderten von Jahren im Untersberg. Während bei Kaiser Karl der Bart rund um den marmornen Tisch wächst, sind es bei ihr die Achselhaare. Es ist wieder einmal so weit. Karla erwacht und schaut nach, wie es den Raben geht. Dann will sie uns eine neue Sage erzählen, die in die heutige Zeit passt.

Ihr Diener, das Untersberger Menschl, soll zwei Wanderer zu ihr bringen. Es handelt sich dabei um Pfarrer Frank und die Musical-Studentin Laura. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein. Während sie ständig Videos hochlädt, ist er mit einer uralten analogen Kamera unterwegs. Sie geraten schnell in Streit und so trennen sich ihre Wege.

Auf dem Untersberg gibt es angeblich Zeitlöcher in den Dolinen. So erfahren wir die Vorgeschichten der beiden Wanderer. Laura war überglücklich, als sie die Rolle der Maria in „Sound of Music“ erhielt. Mit ihrer Neuinterpretation sowie einem Spendenaufruf nach der Vorstellung hatte ihr Professor allerdings gar keine Freude. So muss sie derzeit als Kartenverkäuferin bei einem Skilift arbeiten. Auch Pfarrer Frank hat Probleme mit seinem Vorgesetzten. Nicht nur seine Predigten sind zu progressiv. Was ist Gut? Was ist Böse? Diese Fragen wurden den unterschiedlichsten Salzburger Bürgerinnen und Bürgern gestellt. Während ihre Antworten eingespielt werden, sammeln Laura u…

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