Vier Bronzestelen am Kirchenplatz in Itzling

Vier Bronzestelen am Kirchenplatz in Itzling

Wer an der Pfarrkirche St. Antonius von Padua in Itzling nicht vorbei hastet, entdeckt ein Kunstwerk, das sich zurückhaltend in den Platz einfügt und gerade deshalb angenehm nachwirkt: die Stelen am Kirchenplatz von Peter H. Wiener aus dem Jahr 2003.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Der Platz vor der Kirche ist mit Granitsteinen gepflastert, einzelne blaue Glasplatten zeichnen darin die Form eines Kreuzes nach. In dessen Mitte stehen vier bronzene Stelen. Sie wirken schlicht und klar, bei näherem Hinsehen aber erzählen sie viel. Ihre Oberflächen sind durchbrochen und unterschiedlich gestaltet, im Inneren werden blaue gläserne Hände sichtbar. Das verleiht dem Werk etwas sehr Menschliches und zugleich etwas Lichtes und Sinnbildhaftes.

Jede der vier Stelen trägt eine eigene Bedeutung. Die in Ähren gestaltete Form steht für Gemeinschaft, die Hände im Inneren für Hilfsbereitschaft. Weinblätter verweisen auf Wandlung und Reife, die Hände auf Güte. Die Mäander erinnern an die verschlungenen Wege des Lebens und an gegenseitiges Helfen. Der Feigenbaum schließlich ist Sinnbild für das Alter, die Hände darin stehen für Freundschaft.

Aus kunsthistorischer Sicht ist dies ein gelungenes Beispiel für Kunst im öffentlichen Raum, die nicht nur einen Platz schmückt, sondern ihn auch inhaltlich vertieft. Das Werk verbindet christliche Symbolik, Naturformen und menschliche Gesten auf unaufdringliche Weise. Gerade das Zusammenspiel von Bronze und blauem Glas gibt ihm eine ruhige, eindringliche und auch mystische Wirkung.

Gerade auf einem Kirchenplatz entfaltet diese Arbeit ihre stille Kraft. Sie spricht von dem, was ein Gemeinwesen trägt: Nähe, Mitgefühl, Unterstützung und gelebtes Miteinander. So werden die Stelen zu einem freundlichen Zeichen im Alltag und zu einem Kunstwerk, das seinen Ort ernst nimmt.

Peter H. Wiener wurde 1958 in Spital an der Drau geboren und lebt und arbeitet in Wien. Seine Ausbildung erhielt er an der Fachschule Hallein, danach folgten prägende Jahre bei Prof. Josef Zenzmaier. 1990 war er Mitbegründer des Adneter Bildhauersymposiums. Für seine Arbeiten wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Karl-Weiser-Preis für bildende Kunst sowie Preisen des Landes Salzburg.

Siehe auch:
Grand Hotel Itzling >

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