Das 1989 erschienene Bilderbuch „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ von Werner Holzwarth, mit Illustrationen von Wolf Erlbruch, wurde ein internationaler Bestseller. Die renommierte Komponistin Elisabeth Naske vertonte die Geschichte über die akribische Suche des kleinen Maulwurfs nach dem Übeltäter. Richard Panzenböcks charmante Inszenierung dieser Kinderoper (Libretto: Ela Baumann) ist im Probenzentrum Aigen des Salzburger Landestheaters zu erleben und macht Kindern ab fünf Jahren sicherlich großen Spaß.

Dieser kleine Maulwurf ist wirklich zu beneiden. Die freundliche Gärtnerin schätzt seine Arbeit und seine Freundin Viola kommt täglich vorbei, um mit ihm Verstecken zu spielen. Doch dann passiert ein Unglück. Als der Maulwurf seinen Kopf aus einem Hügel streckt, landet ein Haufen direkt auf seinem Kopf. Das ist gar nicht lustig, denn seine neue Kopfbedeckung riecht absolut nicht gut. „Wer macht denn so was?“
Zuerst werden die Kinder befragt, doch die lachen nur und schütteln den Kopf. Dann wendet sich der kleine Maulwurf an die verschiedensten Tiere: eine Taube, ein stolzes Pferd, einen quirligen Hasen, eine vornehme Ziege, ein Schwein und schließlich eine Kuh. „Gekackt oder nicht gekackt, das ist hier die Frage!“ Alle versichern ihm, dass diese Kacke nicht von ihnen stammen kann. Die Exkremente der Tiere schauen wirklich alle ganz verschieden aus und machen auch noch ganz unterschiedliche Geräusche. Von platsch-platsch bis rumsti-bum ist alles dabei. Die Nachbarn stellen ihren Zaun zur Dokumentation der Informationen zur Verfügung. Hier werden die Fotos der Tiere mit den jeweils passenden Stuhlproben aufgehängt.






Dann aber erscheint eine Fliege, Spezialistin in Sachen Kot. Nach einer kleinen Kostprobe stellt sie fest: satte Farbe, leicht bittere Note im Abgang, schmeckt nach Wurst, Eis und Spaghetti. Nun wird der Täter sicher leicht zu finden sein.
Die schottische Sopranistin Hazel McBain leiht dem kuscheligen kleinen Maulwurf ihre glockenhelle Stimme. Seine Freundin Viola (Dowon Kim) bringt mit ihrer Bratsche die fallenden Exkremente zum Klingen und findet für sämtliche Emotionen den passenden Ton. Tina Eberhardt werkelt als gut gelaunte Gärtnerin in ihrem idyllischen Garten (Bühne und Kostüme: Geraldine Massing) und verschwindet immer wieder in ihrem Toiletten-Häuschen. Hier verrichtet sie nicht nur ihr Geschäft, sie zieht sich auch um und verkörpert dann all die verdächtigen Tiere. Die freundlichen Nachbarn (Regieassistentin Simone Schuster und der Techniker Fabian Polt) helfen gerne bei der Suche nach dem gemeinen Täter mit.
In dieser frechen, liebevoll erzählten Geschichte geht es um ein Thema, über das Erwachsene nicht gerne reden. Kinder aber sind fasziniert davon und zeigen großes Interesse. Kein Wunder also, dass sie sich prächtig amüsieren. Nach dem Schlussapplaus kann mit dem niedlichen Maulwurf noch ein Selfie gemacht werden. Der Andrang war in der Vorstellung am 31. Jänner 2026 sehr groß.




„Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ – Kinderoper nach einem Buch von Werner Holzwarth und Wolf Erlbruch. Musik: Elisabeth Naske. Libretto: Ela Baumann. Inszenierung: Richard Panzenböck. Musikalische Leitung: Tobias Meichsner. Ausstattung: Geraldine Massing. Puppenbau: Richard Panzenböck. Dramaturgie: Katrin König, Anna Lukasser-Weitlaner. Regieassistenz: Simone Schuster. Mit: Hazel McBain / Electra Lochhead, Tina Eberhardt, Dowon Kim. Fotos: SLT © Raffael Holzinger

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