Leitungswasser soll gratis sein, fordert die rote Parlamentarierin Julia Herr. Wer im Gasthaus etwas isst oder trinkt, soll dazu ein Glas Wasser aus der Leitung bekommen, ohne dafür extra zu zahlen.
Eine AK-Stichprobe zeigt: Von 30 untersuchten Wiener Lokalen schenken gerade einmal drei Leitungswasser kostenlos aus. Für einen halben Liter werden bis zu 3,60 Euro verlangt. Das ist bemerkenswert – immerhin kostet dieselbe Menge aus der Wasserleitung nur einen Bruchteil eines Cents. „Das grenzt an Wucher“, sagt Herr.
Ganz unrecht hat sie nicht. Gerade bei großer Hitze ist Wasser kein Luxus, sondern ein Grundbedürfnis. Und im Süden gehört das Glas Leitungswasser zum gedeckten Tisch wie Brot und Besteck. Österreich entdeckt diese Sitte offenbar erst, wenn sie politisch verwertbar ist.
Allerdings wächst auch ein Glas Wasser nicht auf dem Wirtshaustisch. Es muss gebracht, abserviert, gespült und bezahlt werden – und zwar von Menschen, die nicht von Luft und Leitungswasser leben. Wer „gratis“ fordert, meint daher oft nur: Die Rechnung soll künftig anderswo versteckt werden, etwa im Preis des Schnitzels oder des Kaffees.
Sinnvoll wäre eine klare, faire Regelung: Leitungswasser zu einem kleinen, transparenten Betrag – ein oder zwei Euro für Karaffe, Service und Reinigung. Wucherpreise sind nicht zu rechtfertigen, Gratisforderungen aber auch kein Ersatz für einen realistischen Blick auf die Gastronomie.
Gutes Leitungswasser ist mir jedenfalls lieber als abgefülltes Wasser, das kilometerweit transportiert wird, meint ein oft durstiger Spaziergänger!




In der Stadt Salzburg kann man bei über 20 Trinkwasserbrunnen qualitativ höchstwertiges Wasser trinken und abfüllen. Das Titelbild zeigt den Trinkwasserbrunnen im Kaffee-Alchemie am Rudolfskai. Fotostaffel: White Horse Coffee Bar in der Kaigasse. In beiden Lokalen kann man gratis Wasserholen sowie man will.

Sie schätzen unsere Cartoons oder den Spaziergänger? Das freut uns sehr!
Freunde helfen der Dorfzeitung durch ein Abo (=Mitgliedschaft). Auf diese Weise ist es möglich, unabhängig zu bleiben.
Es gibt zwei einfache Wege, zum Freund der Dorfzeitung zu werden.
Überweisung der Abogebühr (ohne Kreditkartenabo)
Sie werden für ein Jahr ein außerordentliches Vereinsmitglied (ohne Rechte und Pflichten) des Herausgebervereins (Kulturverein Dorfzeitung KULTUR online) zum Jahrespreis von 54 €. Es ist dazu ihre Post- und E-Mailadresse notwendig, damit wir die Rechnung für den Mitgliedsbeitrag schicken können. Nach Eingang der Zahlung bekommen Sie einen Steady-Gastzugang für 1 Jahr. Verlängerungen sind möglich. Kontaktformular >
Direktabo mit Kreditkartenzahlung
Ein weiterer Weg ist ein Direktabo via Steady, wie es im Folgenden beschrieben und angeboten wird.
INSERT_STEADY_CHECKOUT_HERE

Kommentar hinterlassen zu "Vom Verdursten in Salzburg"