Vor 40 Jahren müde belächelt, heute eine gefeierte Blasmusikkapelle mit internationalem Repertoire: Walter Bankhammer und die Niederalmer feiern am kommenden Wochenende ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum. Am Anifer Kirtag, dort wo 1985 alles begann.

Von Claudia Karner
Summer of 85: Aus dem Ghettoblaster dröhnten Bryan Adams, Falco, Opus („Live is life“) und Madonna. Stonewashed Jeans und Sakkos mit Schulterpolstern, Leggins und ausgeflippte T-Shirts waren der letzte Schrei. Blasmusik? Iiii-gitt! Lederhose und Dirndlkleid? Never ever! Da waren sich die Jungen alle einig. Alle! Bis auf einen.
Beharrlicher als Asterix
Einer, der sich mit gallischem Heldenmut gegen den Zeitgeist stemmte, das war Walter Bankhammer, ein 17-jähriger Metzgerbua aus Niederalm, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, mit drei Freunden, Fredi Fasching, Sepp Strasser und Rudi Egner, eine Tanzlmusi zu gründen. In Lederhose und Trachtenjanker, versteht sich. Und der, weil ihm die streng reglementierten Volkstänze dann doch zu fad waren, ein paar Jahre später eine Blasmusikkapelle daraus machte, um im Bierzelt zu spielen. Zuerst als Niederalmer Musikanten und später als Walter Bankhammer und die Niederalmer.
Vierzig Jahre später sieht die Welt ganz anderes aus. Rock will never die, aber auch die Überlebenschancen der Blasmusik sind deutlich gestiegen. Blech ist cool! Beim Woodstock der Blasmusik, wo heuer 100.000 Fans standesgemäß in Lederhose und Dirndl ausflippten. Auch die Niederalmer waren dieses Mal bei „Love, Peace und Blasmusik“ im Innviertel dabei.
Mit Unbekümmertheit und einer Stange Wurst
„Der Anfang war ziemlich zaach“, erinnert sich Walter Bankhammer, heute Wirt von der „Goldenen Kugel“ in Salzburg und vom Bräustüberl in Berchtesgaden. „Es war gar nicht so leicht, an Auftritte zu kommen.“ Doch Beharrlichkeit führt zum Ziel. Bankhammer klapperte alle Bierzelte, von Landshut bis Erlangen, ab und hinterließ neben einer Portion Selbstbewusstsein eine selbstgemachte Stange Wurst und eine Flasche Schnaps. So blieb er den Veranstaltern in guter Erinnerung. Vater Bankhammer konnte sich allerdings lange Zeit nicht den Schwund in der Metzgerei erklären.

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