Von Reitstiefeln und Siebenmeilenstiefeln

Stiefel

Stiefel, Stiefelknecht | Fotos (2): © Karl Traintinger

Der Stiefel begann seine Erfolgsgeschichte als Teil der ritterlichen Kleidung und ist im Märchen ein Kleidungsstück mit Zauberkräften.

Michaela Essler

Das typische Kleidungsstück des Adels

Das Wort Stiefel kam im Mittelalter aus dem Französischen ins Deutsche. Im Mittelalter waren Stiefel den Geistlichen und Adeligen vorbehalten. Insbesondere die Reitstiefel mit ihren Sporen waren ein Teil der ritterlichen Kleidung. Die Stiefel galten lange Zeit als Zeichen der Vornehmheit und als ein typisches Kleidungsstück des Adels. Erst nach und nach wurde der Stiefel auch ein Kleidungsstück für das Volk und im Speziellen für die Soldaten.

Wer sich einen Stiefel einbildet …

Später Nachklang aus jener Zeit als Stiefel den Vornehmen und Reichen vorbehalten waren, ist die Redewendung sich einen Stiefel einbilden. Vornehme und Reiche verhielten sich häufig gegenüber Untergebenen und Menschen aus dem Volk hochmütig und herablassend. Und so verwenden wir noch heute die Redewendung sich einen Stiefel einbilden mit der Bedeutung „hochmütig, eingebildet sein“.

Der Stiefelknecht

Die meisten Stiefel hatten keinen Verschluss, ließen sich nicht öffnen und war daher schwer vom Fuß runter zu bekommen. In wohlhabenden Kreisen gab es daher Bedienstete, deren Aufgabe es war, ihren Herren beim Ausziehen der Stiefel zu helfen. Diese Bediensteten nannten die Menschen ab dem 17. Jh. Stiefelknecht. Heute gibt es diesen Beruf wohl nicht mehr, jedoch verwenden wir das Wort Stiefelknecht zumei…

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