Von Tintenburgen und Luftschlössern

Tintenburg

Foto: Karl Traintinger, Dorfbild.at

Noch ist sie nicht bezugsbereit, die neue „Tintenburg“ des Landes. Und doch steht sie schon da wie ein Versprechen: mächtig, modern – und gibt Anlass für Diskussionen, noch bevor der erste Schreibtisch eingeräumt ist.

Die alte Liegenschaft in der Michael-Pacher-Straße ist auch noch nicht geräumt, dennoch wird schon um das Tafelsilber gefeilscht. Die Bausubstanz sei pumperlgsund und zum Abriss einfach zu schade, hört man aus Architektenkreisen. Da jeder Quadratmeter Baugrund in Salzburg härter gehandelt wird als Safran, sind die Begehrlichkeiten entsprechend groß.

Aus dem Schloss Mirabell wird nervös herübergewinkt. Dort fehlt Platz, Aufstocken ist im Barockschloss schwierig. Also denkt man darüber nach, knapp 400 städtische Mitarbeiter auszulagern. Der dunkelrote Vizebürgermeister träumt von leistbaren Wohnungen. Wohnen im Amt? Warum nicht. Kaum fällt jedoch das Wort „Verkauf“, surren die Taschenrechner: 15 Millionen Euro könnte die Liegenschaft am freien Markt bringen. Geld wirkt. Die blaue Riege träumt gleich von „schier unbegrenzten Möglichkeiten“.

Amüsant bleibt die Rechnung am Ende: In der neuen Tintenburg wird es viel Platz geben, gleichzeitig soll lt. Landeshauptfrau ein Drittel der Mitarbeiter eingespart werden. Man baut größer, um weniger unterzubringen – antizyklische Raumplanung auf Salzburger Art.

Die Plastik von Josef Zenzmaier vor der Tür nimmt das gelassen. Ob sie in der Michael-Pacher-Straße bleiben darf oder ins Bahnhofsviertel weiterwandert, wird man sehen, meint ein lächelnder Spaziergänger.


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