Ein Denkmal, das zur Diskussion einlädt
Im Innenhof des Tiroler Volkskunstmuseums, im Kreuzgang der Hofkirche, steht seit 2017 eine Bronzeskulptur des ehemaligen Tiroler Landeshauptmanns Eduard Wallnöfer. Geschaffen hat sie der Tiroler Bildhauer Rudi Wach, der zu den prägenden Künstlern des Landes zählt.

Von Karl Traintinger
Wallnöfer war von 1963 bis 1987 Landeshauptmann und hat Tirol in der Nachkriegszeit stark mitgeprägt.
Sein Name steht bis heute für Wohnbau, Straßenbau und den Ausbau der Infrastruktur. Doch die Geschichte dieses Denkmals ist nicht nur eine der Würdigung, sondern auch eine der Diskussion.

Eigentlich war die Skulptur für den Eduard-Wallnöfer-Platz vor dem Neuen Landhaus gedacht. Dagegen gab es jedoch Widerstand. Der Platz war längst auch ein Ort des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus geworden. In diesem Zusammenhang wurde auch Wallnöfers NSDAP-Mitgliedschaft thematisiert. Schließlich fiel gemeinsam mit der Familie die Entscheidung, die Figur an einen anderen Ort zu stellen.
Mit dem Kreuzgang des Volkskunstmuseums fand man einen ruhigeren, stimmigen Standort. Hier wirkt die Skulptur heute weniger wie ein politisches Signal als wie eine Einladung, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen.

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