In der Stadtgalerie am Mozartplatz zeigt Thomas Selinger Arbeiten, die scheinbar leichtfüßig daherkommen und genau dadurch lange nachwirken. Zeichnungen, Cartoons und Objekte entfalten ihren Reiz nicht durch Lautstärke, sondern durch Genauigkeit: ein feiner Strich, ein trockener Gedanke, ein Humor, der näherkommt, ohne zu verletzen.

Von Karl Traintinger
Selinger schaut genau hin. Auf den Alltag, auf politische Absurditäten, auf menschliche Eigenheiten. Seine reduzierte Linie lässt viel offen, seine Pointen sind nie aufdringlich. Man schmunzelt und merkt erst im zweiten Moment, wie präzise diese Beobachtungen sitzen.
Unübersehbar sind die Katzen, die Selinger seit Jahrzehnten begleiten. Sie tauchen als kommentierende Figuren, als stille Mitwisser oder als kleine Störenfriede auf. Eine besondere Geschichte hat dabei die „Kratzkatze“, die 2014 erstmals für eine Ausstellung in der Tierarztpraxis Lamprechtshausen entstand. Auch am Mozartplatz sind diese tierischen Begleiter präsent – mit minimalen Mitteln, aber großer Wirkung.
Ebenso typisch sind kleine Hinweise auf Genuss: Lebensmittel, beiläufig ins Bild gesetzt, fast wie Randnotizen. Sie erzählen von einer Haltung, die das Leben ernst nimmt, ohne es schwer zu machen. Dass Selinger seit vielen Jahren die Weinetiketten für die Hausweine des Weißen Rössl am Wolfgangsee gestaltet – heuer bereits Nummer 20 – fügt sich stimmig in dieses Gesamtbild.
Die Ausstellung ist leicht zugänglich, ohne oberflächlich zu sein. Man braucht kein Vorwissen, nur Zeit und Aufmerksamkeit. Selinger lacht nicht über seine Motive, sondern mit ihnen und letztlich auch mit dem Besucher. Seine Kunst ist leise, klug und menschlich. Und genau deshalb so treffsicher.
Zu sehen bis 27. Februar 2026.






Thomas Selinger lebt und arbeitet in Salzburg. Er ist Zeichner, Cartoonist und Humoristik-Künstler. Seine Arbeiten sind seit vielen Jahren in Ausstellungen, Publikationen und im öffentlichen Raum präsent.
Seit 1998 erscheinen seine Cartoons regelmäßig hier auf der Dorfzeitung.com. Humor versteht Selinger nicht als bloßen Witz, sondern als Form der Reflexion – zugänglich, aufmerksam und nachhaltig wirksam.
Siehe auch:
Thomas Selinger in der Dorfzeitung >

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