Wiener Symphoniker gründen eigenes Plattenlabel

Das traditionsreiche Orchester der Wiener Symphoniker nimmt die Sache jetzt selbst in die Hand: in beherzter Manier gründet es seinen eigenen Tonträger-Vertrieb und legen eine beeindruckende Aufnahme von Mahlers 1. Symphonie im CD-Format vor, begleitet von einer Sonderedition auf Vinyl für die vielen Befürworter der guten alten Schallplatte.

Von Siegfried Steinkogler

Gustav Mahlers erste Auseinandersetzung mit der großen sinfonischen Gattung ist geprägt von der Auseinandersetzung des menschlichen Wollens mit dem Urzustand der Natur. Der „Fahrende Geselle“, vom Komponisten aus der Volksliedsammlung „Des Knaben Wunderhorn“ entnommen, tritt in diese Welt mit seinem menschlichen Streben und bedingt diese Auseinandersetzung, die sich in mannigfaltigen Erscheinungsformen abspielt. Das wiederum bedingt die große, vielgestaltige Anlage der Form, die Mahlers Symphonien durchwegs eigen ist.

Das Sprengen der herkömmlichen Form der Musikgattung Sinfonie war wohl auch hauptverantwortlich dafür, dass sich der Erfolg und die Gunst des Publikums nur langsam einstellen wollten. So wurde der sinfonische Erstling nach der Budapester Uraufführung im Jahre 1889 vom Komponisten mehrmals umgearbeitet, bis er ihm die heute gültige Gestalt verlieh. Geblieben ist eine zeitlos schöne Naturmusik mit österreichisch/ungarischen Tanzanklängen, die wahrlich imstande ist, ein breites Publikum anzusprechen.

Schon nach den ersten Takten der Aufnahme wird klar, wie sehr die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Fabio Luisi dazu in der Lage sind, Mahlers Erste zu ihrer „eigenen“ Sinfonie zu machen. Die vielfältigen Naturmotive in allen Instrumentengruppen (in der Hauptsache aber in den Bläsern) sind schwierig zu nehmen und werden stets mit Bravour und der nötigen Sensibilität gemeistert. Durch die Wendigkeit des gesamten Klangkörpers begünstigt, werden neben berückend-schönen Naturbildern auch Szenen von schi…

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