Wer durch das niederösterreichische Weinviertel fährt, sieht sie überall: Windräder, die weithin sichtbar über den Feldern stehen. Im Westen Österreichs gibt es dagegen kaum Windkraftanlagen. Dieser Gegensatz zeigt, wie unterschiedlich die Regionen mit erneuerbarer Energie umgehen. Im Osten gehören die Windräder längst zum Landschaftsbild, während es im Westen angesichts der Energiewende vermutlich noch ein Umdenken braucht.

Von Karl Traintinger
Gleichzeitig steht auch hier die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen. Ein Bauer aus Großhöflein baut unter anderem Hartweizen für die Nudelproduktion in Italien, Braugerste für Tschechien, Kürbisse für die Steiermark und Zuckerrüben für die Zuckerfabrik in Tulln an. Heuer fielen die Ernten bei Getreide und Zuckerrüben dramatisch schlecht aus, die Verkaufspreise bleiben dennoch niedrig.
Auch die Kürbisse litten unter den schwierigen Bedingungen. Sie reiften zwar augenscheinlich, entwickelten aber keine Kerne und wurden daher eingeackert.. Bewässerung ist in der Region wegen des tief liegenden Grundwassers nicht möglich. Die Felder sind somit unmittelbar auf ausreichende Niederschläge angewiesen.
Beim Wein ist die Qualität erfreulich gut, die Menge jedoch stark reduziert. Geerntet wurde nur etwa die Hälfte eines normalen Jahrgangs, ohne dass die Preise entsprechend anzogen. Die Weinlese startete heuer beispielsweise in Ebenthal bereits am 24. August – so früh wie überhaupt noch nie.
Das Weinviertel macht sichtbar, wie eng Energiewende, Landwirtschaft und Klimaveränderungen miteinander verbunden sind. Die Windräder stehen dabei für eine neue Form der Energiegewinnung, die im Osten Österreichs längst Realität ist.




Siehe auch:
WindKRAFT >

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