Das Salzburger Landestheater führt zwei Stücke zum Thema Geld, Bankenkrise und Finanzmarkt gleichzeitig auf. Während auf der Hinterbühne (Tribüne) die Bühnenfassung von Émile Zolas Roman aus dem Jahre 1891, „Geld“, gespielt wird, findet unter dem Titel „Bankrott“ auf der großen Bühne eine Aktionärsjahreshauptversammlung statt. Das Publikum wird in zwei Gruppen eingeteilt, nach der Pause werden die Plätze getauscht. Die Uraufführung dieses spannenden Projektes war am 24.11.2012.

Von Elisabeth Pichler
Bereits vor der Aufführung herrscht große Aufregung, denn die bereits gelösten Karten müssen umgetauscht werden. Ungewohnte Sicherheitsvorkehrungen erschweren den Gang zur Garderobe, der Geschäftsbericht der BergSolar AG wird verteilt. Ein Teil des Publikums folgt dem gut ausgeschilderten Weg hinter die Bühne. Hier findet der von Philip von Maldeghem in Szene gesetzte Finanzthriller „Geld“ statt. Aristide Saccard, ein Financier und Spekulant, gründet eine Bank, um ein Bauprojekt im Nahen Osten zu finanzieren. Er besitzt neben grenzenlosem Egoismus auch die Fähigkeit, Leute mitzureißen.
Er schafft es, durch unmoralische Manipulationen und illegales Handeln, ein Vermögen aus dem Nichts entstehen zu lassen. Die Euphorie bei steigenden Börsenkursen und die nachfolgende Depression weisen erstaunliche Parallelen zur heutigen Finanzkrise auf. Ein ungemein modern wirkendes Stück, das die Machenschaften und Intrigen der Spekulanten vor Augen führt. Erschreckend Tim Oberließen als skrupelloser, krankhaft geldgieriger Saccard, dem selbst die vorsichtige Lehrerin (Claudia Carus) verfällt.

Nach der Pause geht es zur Aktionärsjahreshauptversammlung. Vorstand und Aufsichtsrat der BergSolar AG haben auf der Bühne Platz genommen und versuchen, mit zuversichtlichen Reden über die Turbulenzen auf dem Finanzmarkt hinwegzutäuschen.…

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