Erwin Einzinger und Alfred Winter in der Berchtoldvilla
Es war ein schöner, unterhaltsamer Abend in der Berchtoldvilla. Im Akademischen Wirtshaus trafen mit Erwin Einzinger und Alfred Winter zwei Männer wieder zusammen, die vor fast 50 Jahren ein gemeinsames Stück Literaturgeschichte begonnen hatten.

Von Karl Traintinger
1977 erschien Einzingers erster Gedichtband „Lammzungen in Cellophan verpackt“ im damals neu gegründeten Winter Verlag. Nun trafen Autor und Verleger wieder und erinnerten sich an diese frühe Zeit. Immer wieder fiel der Satz: „Wir waren damals so jung …“ Das hatte Charme, Witz und auch etwas Rührendes.

Eingeladen hatten die Leopold-Kohr-Akademie, das Literaturarchiv Salzburg, art bv Berchtoldvilla, wissen:stadt Salzburg und das Land Salzburg zur Veranstaltung „Sprachliche Räume – der Blick auf das Kleine im Großen“. Das passte gut zu diesem Abend. Denn sowohl Alfred Winter mit seinem Einsatz für Leopold Kohr als auch Erwin Einzinger mit seiner genauen, unaufgeregten Sprache stehen für einen Blick, der dem Kleinen Bedeutung gibt.
Einzinger las aus unter anderem seinem neuen Gedichtband „Aus dem Zuckerlautomat am Marktplatz kam ein Kaugummi-Koalabär“, der 2025 bei Jung und Jung erschienen ist. Dazwischen sprach er über seine Arbeit, über das Schreiben, über Anfänge in Salzburg und über die Literaturgruppe projekt-IL, an deren Gründung er in den 1970er Jahren beteiligt war.
Gerade dieser Wechsel zwischen Lesung und Gespräch machte den Abend lebendig. Einzinger erzählte mit feinem Humor, mit Abschweifungen und gedanklichen Sprüngen, die man aus seinen Texten kennt. Das Gespräch führte Harald Gschwandtner mit ruhiger Hand. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Christa Fuschsberger und Evelin Brunauer. Auch Lina Maria Zangerl vom Salzburger Literaturarchiv war mit dabei.
Die Berchtoldvilla war sehr gut besucht. Es war ein Abend ohne große Geste, aber mit viel Substanz – freundlich, anregend und ganz bei der Sprache.




Erwin Einzinger, geboren 1953 in Kirchdorf an der Krems, lebt als Schriftsteller, Lyriker und Übersetzer in Oberösterreich. Seit 1977 veröffentlichte er zahlreiche Gedichtbände, Prosatexte und Übersetzungen. 1984 erhielt er den Rauriser Literaturpreis, 2024 den Georg-Trakl-Preis für Lyrik für sein Lebenswerk.
Die Mitwirkenden







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