WM 2026: Finstere Zeiten für Fußballfans

Fussball

Fussball | Foto: Karl Traintinger

Österreich qualifiziert sich zum ersten Mal seit 28 Jahren für eine WM-Endrunde. Grund zu feiern und Grund, für die Spiele gegen Jordanien und Algerien früher aufzustehen. Wäre da nicht ein präfaschistischer Gastgeber, und eine FIFA, welche das nicht nur duldet, sondern sogar mit einem Friedenspreis applaudiert.

So Wochenkommentar

Von Lukas Oberauer

Bereits bevor der Fifa-präsident Gianni Infantino vergangenen Dezember Donald Trump den ersten Fifa-Friedenspreis überreichte, war die Fifa schon mit massiven Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Man denke an die WM im Jahr 2022 ausgerichtet von dem Fußballgiganten Qatar, eine logische Entscheidung der Fifa, immerhin mussten nur sieben der acht Stadien komplett neu gebaut werden, für die Fans vor Ort hat man neben einer neuen U-Bahn, Hotels und Autobahnen gleich noch eine Planstadt aus dem Boden gestampft. Innovation die kostet. Aufgrund unterirdischer Arbeits- und Lebensbedingungen insbesondere Menschenleben. Es ist schwer eine offizielle Todeszahl zu finden, die meisten Quellen gehen von rund 6.500 Toten aus.

Was rund um die WM in Qatar passierte, gleicht einem Albtraum, so schlimm kann es nicht mehr werden, oder? Zwar mussten für die diesjährige WM in den USA, Kanada und Mexiko keine neuen Stadien erbaut werden, auch sind die Arbeitsbedingungen jener, welche die Stadien renovieren, besser. Trotzdem liefert der Fifa-Friedenspreis bereits ein gutes Bild davon, was man noch so erwarten kann. Und zwar eine Propagandabühne für Trump und seine Lakaien. Die Willkür von ICE im Umgang mit Migranten: innen könnte auch für anreisende Fans zum Problem werden, gut nur, dass die Tickets so exorbitant teuer sind, dass sich ein Normalsterblicher diese ohnehin nicht leisten kann. Das erneute Treten der Menschenrechte von einem WM-Gastgeber überschattet fast die ökologische Belastung des Turniers. Die Aufstockung von 36 auf 48 Teams und die Aufteilung der WM auf drei Nationen soll zu einem C02 Ausstoß von über 9 Millionen Tonnen führen. Negativer Rekordwert, mit Abstand. Die gesundheitlichen Risiken für die Fußballspieler sinken durch die Aufstockung auch nicht, längere Reisen, mehr Spiele und weniger Ruhezeit.

Die Chance, dass in Zukunft Korruption auf der einen Seite ab und die Vorfreude auf ein Turnier auf der anderen Seite zunimmt, scheint mit Blick auf die Turniere im Jahr 2030 und 2034 klein. Während das nächste Turnier 2030 gleich auf drei Kontinenten abgehalten wird, gibt es zudem die Überlegung einer erneuten Aufstockung auf dann insgesamt 64 teilnehmende Nationen. 2034 ist dann Saudi Arabien Austragungsort. Für Fußballfans bringt die Zukunft triste Zeiten.

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