Nach dem überaus erfolgreichen sechsstündigen Theatermonolog „Weißer Mann: Faust“ haben sich der Schauspieler Max Pfnür und Regisseur und Musiker Benjamin Blaikner nun mit Georg Büchners fragmentarischem Drama „Woyzeck“ intensiv beschäftigt.

Das Stück thematisiert die gesellschaftliche Unterdrückung und den psychischen Zerfall des einfachen Soldaten Franz Woyzeck und wird im Kleinen Theater zur grellen Freakshow. Eine Bravourleistung von Max Pfnür, der wiederum sämtliche Rollen übernimmt. Stürmischer Applaus bei der Premiere am 27. Mai 2026.
Franz Woyzeck hat es als einfacher Soldat nicht leicht, muss er sich doch um seine Geliebte Marie und den gemeinsamen unehelichen Sohn kümmern. Mit diversen Nebenjobs versucht er, seine kleine Familie über Wasser zu halten. Wenn er seinen Hauptmann rasiert, wird er jedoch ständig erniedrigt und gedemütigt. Noch schlimmer sind die fragwürdigen medizinischen Experimente eines Doktors. Die strenge Erbsendiät macht ihn psychisch labil und hat Wahnvorstellungen zur Folge.
Als Woyzeck erfährt, dass ihn seine Marie mit einem attraktiven Tambourmajor betrügt, verschlechtert sich sein geistiger Zustand rapide. Er hört Stimmen, die ihm befehlen: „Mach tot!“ Obwohl er Marie noch immer liebt und begehrt, lockt er sie in einen Wald und ersticht sie am Ufer eines Teiches. „Heiß, heiß Hurenatem und doch möchte ich den Himmel geben, sie noch einmal zu küssen.“
Woyzeck taucht mit fluoreszierend rotem Mund hinter einer Leinwand mit tanzenden, menschenähnlichen Affen als Zirkusclown auf. Schon daran erkennt man, dass Max Pfnür auch Marie sowie sämtliche anderen Rollen des Dramas übernehmen wird. „Du hast ein roten Mund, Marie!“ Blitzschnell werden Kappen gewechselt und so kann der bösartige Hauptmann bei seiner Rasur den armen Woyzeck demütigen. Liebevoll baut dieser Maries Zimmer als Miniatur-Puppenstube auf. Der fesche Tambourmajor tänzelt als geiler Hengst über die Leinwand, hinter de…

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