Zu viel Strom?

PV Anlage

PV Anlage | Foto: © Leo Fellinger

Liest man den SN-Beitrag vom 3. August „Netze hinken PV-Boom hinterher“, kommt man unweigerlich zum Schluss: Wir haben beim Strom kein Mengenproblem, sondern ein Verteilungsproblem. Ja, die Energieversorgung in Österreich steht inmitten des vielleicht größten Umbruchs ihrer Geschichte. Das ist keine leichte Aufgabe.

Leo Fellinger

Von Leo Fellinger

2030 soll der österreichische Stromverbrauch zu 100% aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Dazu braucht es 27 TWh zusätzliche erneuerbare Erzeugungskapazitäten. Nun, die privaten Haushalte dürften die Botschaft verstanden haben, denn private PV-Anlagen wachsen schnell. Allein im ersten Halbjahr 2023 wurden mehr als 3000 Neuanlagen ans Netz angeschlossen. Was den Energielandesrat auf den Plan ruft, der die Gefahr des Mehrstroms deutlich aufzeigt. Alles richtig. Aber: es fehlt sowohl der Energiewirtschaft als auch der Politik zusehends an Fantasie. Es geht nicht nur um Stromspitzen und neue Leitungen, die fehlen, es fehlt an Konzepten.

Wenn z.b. die Mittags-Stromspitze eine Riesenproblem darstellt, warum nutzt man nicht die 680 Ladestellen der Salzburg AG, diesen Überschuss dort abzugeben, wo er dringend gebraucht wird – in der E-Mobilität. Wenn der Strom in dieser Spitzenzeit deutlich billiger wäre als im Rest des Tages, würden viele E-Mobilitäts-Nutzer genau zu dieser Zeit laden. Diesen Vorgang zu steuern, kann in Zeiten von Digitalisierung und KI kein Problem sein. Und noch eine weitere Möglichkeit, diesmal in der Politik: Man könnte die Anschaffung von privaten Speichern noch mehr fördern. Es gäbe sicher noch mehr dieser Ideen, um das „Verteilungsproblem“ zu lösen.

Angesichts dessen, dass das Ausbautempo stark gesteigert werden muss, ob bei der Windenergie als auch bei der Solarenergie, muss für eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien die Rahmenbedingungen für alle Sektoren geschaffen werden, nicht nur für Strom, sondern auch für Wärme und Mobilität. In diesem Sinne gilt es, nicht nur an den gewohnten Prinzipien festzuhalten, sondern mit viel Kreativität neue Konzepte zu entwickeln. Dann steht einer durchaus positiven Energie-Zukunft nichts im Wege – immer nach dem Prinzip: sehen wir eher Probleme oder eher Chancen…

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