„zwei herren von real madrid“

„zwei herren von real madrid“

Eine skurrile, zärtliche Romanze

Das Theaterfest im Schauspielhaus Salzburg hatte am 13. September 2025 Glück mit dem Wetter und war ein voller Erfolg. Daher betrat der neue künstlerische Direktor des Hauses, Alexander Kratzer, erleichtert und entspannt die Bühne im Studio, um die Einführung für das erste Stück der Saison zu halten. Er selbst hat Leo Meiers Komödie als Österreichische Erstaufführung inszeniert und verspricht einen schrägen, komischen und feinsinnigen Theaterabend. Der humorvolle Umgang mit einem Tabuthema wurde stürmisch gefeiert.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Der Stürmer von Real Madrid ist ein sanfter Mann, der gerne die Stille des Waldes genießt. Hier trifft er auf einen Mittelfeldspieler desselben Vereins, den er aber absurderweise nicht kennt. Absurd ist an diesem fast märchenhaften Theaterabend so einiges. Statt eines teuren SUV besitzt der Mittelfeldspieler etwa einen Flugdrachen. Bei einem eigenwilligen Spiel kommen sich die beiden näher. Der Stürmer lädt seinen Kollegen schließlich ein, das Weihnachtsfest bei seiner Familie zu verbringen.

Die Mutter freut sich über den berühmten Besuch und ahnt die zarten Bande, die die beiden verbindet. Ihr Sohn wehrt sich aber vehement: „Das ist nicht mein Freund!“ Das Bananenbrot, ein Mitbringsel des Gastes, führt zu einem tragischen Unglück. Es folgt eine skurrile Massenbeisetzung gleich nach Silvester.

Zurück auf dem Spielfeld bleibt ein Kuss der beiden nicht lange verborgen und so müssen sie sich gemeinsam mit ihrem Trainer, dem legendären Sergio Ramos, den peinlichen Fragen der Journalisten stellen. Die Romanze endet mit einem millionenschweren Transfer des Stürmers nach Paris.

Der Schweizer Olivier Günter als Stürmer und der Salzburger Ludwig Wendelin Weißenberger als Mittelfeldspieler sind wahrlich ein Traumpaar. Höflicher und sanfter geht eine Annäherung wohl kaum als mit der Frage: „Darf ich Sie küssen?“ Christiane Warnecke schlüpft in die unterschiedlichsten Rollen, gibt die nervige Mutter, eine Pastorin sowie diverse Journalisten. Markus Weitschacherüberzeugt als toleranter Trainer und gutmütiger Vater. Karoline Breschar, Studentin der hauseigenen Schauspielakademie, sorgt als Pressesprecherin für Unruhe und hat als Cousine von Kurt Cobain einen absurden Auftritt.

Thomas Garvie hat eine schräge, runde, grüne Rasenfläche entworfen, die einige Überraschungen bereithält. Die passenden, originellen, phantasievollen Kostüme stammen von Katia Bottegal. Alexander Kratzer hat Leo Meiers Utopie über zwei schwule Fußballer als etwas durchgeknallte Farce in Szene gesetzt. Wer diese Art Humor liebt wird begeistert sein.

Dorfgockel

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