Wenn nicht nur Kinderaugen leuchten
Bei Sauriern beginnen Kinderaugen fast von selbst zu glänzen. Und bei so manchem Erwachsenen ist das, wenn wir ehrlich sind, keinen Deut anders. Kaum fällt das Wort Dinosaurier, schleicht sich bei vielen schon der Tyrannosaurus rex ins Kopfkino. „Jurassic Park“ hat da wohl ganze Arbeit geleistet.

Von Karl Traintinger
Umso reizvoller ist es, wenn man plötzlich einem Dino begegnet, der nicht auf jedem zweiten Kinderplakat zu finden ist: dem Europasaurus. Genau dieser ist derzeit in einer Sonderausstellung im Haus der Natur Salzburg zu sehen – und das ist allemal einen Besuch wert.
Vor rund 154 Millionen Jahren, in der Jura-Zeit, war Europa großteils vom Urmeer Tethys bedeckt. Dazwischen lagen zahlreiche kleinere Inseln, auf denen für die ganz großen Saurier das Leben offenbar nicht allzu üppig gewesen wäre. Wo das Futter knapp ist, wird die Natur erfinderisch. So entwickelten sich über lange Zeit kleinere, verzwergte Dinosaurierformen. Der Europasaurus gilt heute als ein besonders anschauliches Beispiel dafür.
Die Sonderausstellung „Europasaurus – Inselwelt der Zwergdinos“ bietet erfreulicherweise weit mehr als ein paar Knochen in Vitrinen und trockene Schautafeln. Zu sehen sind eindrucksvolle Skelettfunde, klug aufbereitete Informationen und viele Einblicke in eine Welt, die längst vergangen ist und doch sofort die Fantasie anregt. Besonders angenehm fällt auf, dass auch an die jungen Besucher gedacht wurde.
Im Dinolab dürfen die Kleinsten selbst Hand anlegen, im Sand nach Knochen graben oder beim Dino-Memory spielerisch entdecken, dass ein Museum nicht nur ehrfürchtiges Schauen, sondern auch neugieriges Mitmachen bedeuten kann. Und genau darin liegt die Stärke dieser Ausstellung.
Das Haus der Natur zeigt hier einmal mehr, wie lebendig Wissensvermittlung sein kann, wenn man sie nicht hinter Glas erstarren lässt. Für Familien ist diese Ausstellung ein schönes Ziel für einen abwechslungsreichen Nachmittag und eine sehenswerte Einladung an Jung und Alt, sich von kleinen Dinos mit großer Wirkung überraschen zu lassen.





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