Anzhelika Palyvoda: A circle repeats itself till it’s erased
Von außen gibt sich diese Ausstellung verschlossen. Die Schaufensterscheiben sind mit braunem Packpapier verhängt, Einblicke bleiben verwehrt. Erst beim Betreten des Raumes zeigt sich, dass diese Abschirmung Teil des Konzepts ist: Anzhelika Palyvoda schafft hier einen Ort, der sich bewusst vom Außen absetzt und eine eigene, stille Bildwelt eröffnet.

Von Karl Traintinger
Der erste Eindruck ist stark. Der Raum erinnert an eine nächtliche Landschaft, über der ein Sternenhimmel leuchtet. Auch die Decke ist mit Packpapier bespannt und von zahlreichen kleinen Öffnungen durchzogen, durch die Licht einfällt. So entsteht mit einfachen Mitteln eine poetische Szenerie, die den Raum in eine beinahe meditative Atmosphäre taucht.
In der Raummitte befindet sich eine Schachtel, in einer Ecke kniet eine Frauenskulptur. Sie setzt einen stillen, eindringlichen Akzent und verleiht der Installation eine menschliche Präsenz. An einer Wand sind drei Bleistiftzeichnungen zu sehen, die sich zurückhaltend in das Gesamtbild einfügen. Gerade dieses reduzierte Zusammenspiel von Material, Licht, Zeichnung und Figur macht die Stärke der Arbeit aus.
Palyvoda arbeitet nicht mit spektakulären Effekten, sondern mit Konzentration und Atmosphäre. Ihre Installation entfaltet ihre Wirkung leise, aber nachhaltig. Der Raum wirkt fremd und vertraut zugleich – ein Ort, der Distanz schafft und dennoch Nähe entstehen lässt. So wird A circle repeats itself till it’s erased zu einer Arbeit, die weniger erklärt als erfahrbar macht.






Anzhelika Palyvoda ist eine zeitgenössische ukrainische Künstlerin und lebt derzeit in Wien. Sie studierte Monumental- und Staffeleimalerei an der National Academy of Fine Arts and Architecture in Kiew und absolvierte dort Bachelor und Master. Aktuell setzt sie ihre Ausbildung im Diplomstudium Malerei an der Universität für angewandte Kunst Wien fort.
Ihre Arbeiten waren bereits in zahlreichen internationalen Ausstellungen zu sehen, darunter im KNAG-Museum in Kiew, in der Artsvit-Galerie in Dnipro, im MSUMK-Museum in Luzk, im Graz Museum sowie in Ausstellungsräumen in Wien und in den USA. Werke von Anzhelika Palyvoda befinden sich zudem in öffentlichen und privaten Sammlungen in mehreren Ländern.
Anzhelika Palyvoda ist bis 15. Mai 2026 zu sehen

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