Joseph Lemark: Vermisst

Joseph Lemark

Joseph Lemark | Foto: Verlag Federfrei

Autor: Joseph Lemark
Titel: Vermisst – Das Verschwinden der Signora Maci / Ein Apulienkrimi
ISBN: 978-3-99074-189-4
Verlag: Verlag federfrei
Erschienen: Juni 2022

Klappentext:

Die erfolgreiche, aber für ihre fragwürdigen Verteidigungsmethoden berüchtigte Anwältin Rosaria Maci verschwindet spurlos. Ist ein bizarres Liebesspiel aus dem Ruder gelaufen? Hat sich einer ihrer Prozessgegner gerächt?

Ist sie der apulischen Baumafia in die Quere gekommen? Oder war am Ende alles ganz anders? Josef Vierziger macht sich auf die Suche nach der Dottoressa Maci und stößt auf Abgründe…

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Bei der Vorstellung in Apulien, dem Land seiner Vorvorderen seinen Ruhestand genießen zu können, hat sich der österreichische Commissario Vierziger so richtig geirrt.

Dottore Giuseppe Quaranta, von seinem italienischen Nachbarn Avvocato Simoncini liebevoll „Vierziger“ genannt, wird von diesem gebeten, nach der vermissten Rechtsanwältin Dottoressa Rosaria Maci zu suchen.

Den Hinweis von Pepe Vierziger, dass dafür wohl die örtlichen Carabinieri zuständig wären, weist der Avvocato mit Bedauern zurück, denn das Vertrauen in den zuständigen Maresciallo Di Gaentano ist offensichtlich empfindlich gestört.

Wie zu erwarten nimmt Quaranta an und muss schon bald von der traurigen Gewissheit ausgehen, dass die Juristin nicht mehr am Leben ist. Alle Spuren weisen auf ein Tötungsdelikt hin und es gibt auch schon mehrere Verdächtige – nur die Leiche von Maci fehlt! Aber, welche Rolle spielt dabei der neue Freund von Vierziger´s Wahlnichte Loredana?

Ein spannender und mitreißender Kriminalroman mit großartigem mediterranem Flair. In seiner Einführung gibt der Autor einen kurzen Einblick in das aufregende Leben, der später vermissten Dottoressa Maci.

Der Protagonist Giuseppe Quaranta, kurz Pepe genannt, ist ein aufmerksamer Nachbar, ein gut integrierter Zuwanderer im Land seiner Ahnen und vor allem ein sympathischer und hilfsbereiter Zeitgenosse. Bei seinen, nicht ganz legalen Nachforschungsmethoden geht er sehr geschickt und kreativ vor. Er hat vor allem noch nichts verlernt aus der Zeit in Wien, als er als Ermittler gearbeitet hat.

Die Handlung nimmt ihren Anfang mit einer beeindruckenden Rasanz, die den Leser bereits ab der ersten Seite in das Geschehen hineinzieht. Die Liste der Verdächtigen wird immer länger, aber die Motive von ihnen zeigen in verschiedene Richtungen.

War es der engagierte Einsatz der Juristin für ihre Klienten, der das Leben so mancher Beklagten in eine schwierige Lage brachte, oder war es einer ihrer zahlreichen Liebhaber, die sie in einer einschlägigen Bar kennengelernt hatte? Es stellt sich die Frage, ob es eine unbekannte Motivlage gab. Die Dottoressa lebte nach ihrer Scheidung ein ausschweifendes und freizügiges Doppelleben.

Der Commissario im Ruhestand hat auf jeden Fall alle Hände voll zu tun und nimmt seine Aufgabe sehr ernst. Als alles schon fast klar scheint, wechselt die Handlung noch einmal ganz abrupt ihre Richtung und endet völlig anders als erwartet.

Das Buch ist gut lesbar, die Handlung schön nachvollziehbar und sehr spannend. Das mediterrane Flair und die italienische Küche sind allgegenwärtig und mit den vielen italienischen Redewendungen ist das Buch authentisch. Ein großartiger Kriminalroman, der Apulien in die heimische Lesestube zaubert und den Leser auch damit verzaubert.


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