Wasser – Ein Wort für viele Flüssigkeiten

Gollinger Wasserfall

Gollinger Wasserfall | Foto: Karl Traintinger

Das Wort Wasser verwenden wir zumeist als Bezeichnung für eine lebensnotwendige natürliche trinkbare Flüssigkeit. Daneben können mit Wasser auch Körperflüssigkeiten, Kosmetika oder Getränke bezeichnet werden.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Mit dem Wort Wasser bezeichnen wir natürliche Flüssigkeiten in Quellen, Bächen, Flüssen, Seen, Meeren oder Brunnen. Aber auch für Regen verwenden wir das Wort Wasser. So sagen wir beispielsweise etwas ist ins Wasser gefallen, wenn etwas nicht stattfindet konnte, weil es regnete. Mancherorts hat sich diese Redewendung stark verallgemeinert und wird auch ohne Bezug auf das Wetter verwendet, wenn etwas nicht realisiert werden konnte.

Das Wort Wasser kann jedoch auch als Bezeichnung für andere Flüssigkeiten verwendet werden, wie beispielsweise für die Körperflüssigkeiten Harn, Tränen, Schweiß oder Speichel. Die Verwendung von Wasser als Synonym für Tränen und Harn findet sich bereits in mittelhochdeutscher Zeit.

In dem heute etwas veralteten Ausdruck Wasser lassen „urinieren“ steht Wasser für Harn. Auch in der Krankheitsbezeichnung Schwarzwasserfieber hat Wasser die Bedeutung Urin, da das typische Merkmal dieser Erkrankung verfärbter Urin ist.

Auch für Tränen verwenden wir gelegentlich das Wort Wasser, wie etwa in dem umgangssprachlichen Ausdruck Rotz und Wasser weinen „stark weinen“ oder in der Redewendung jemand hat nah am Wasser gebaut mit der Bedeutung „jemand bricht leicht in Tränen aus, weint schnell“.

Ebenso kann Wasser auch als alternative Bezeichnung für Schweiß verwendet werden. So sagen wir bei heftigem Schwitzen das Wasser läuft über den Rücken oder das Wasser läuft von der Stirn und meinen damit „der Schweiß läuft über den Rücken“ oder „der Schweiß läuft von der Stirn“. Und die Bedeutung „Schweiß“ findet sich auch in der Redewendung Blut und Wasser schwitzen mit der Bedeutung „große Angst haben, sich verausgaben“.

Hambruger Hafen

Hamburger Hafen | Foto: Karl Traintinger

Daneben findet sich das Wort Wasser auch als Bezeichnung für den Speichel. Wenn jemand bei der Vorstellung, beim Geruch oder beim Anblick einer Speise vermehrt Speichel produziert, dann sagen wir jemandem läuft das Wasser im Mund zusammen und meinen damit „jemandem läuft der Speichel im Mund zusammen“.

Weiters verwenden wir das Wort Wasser heute auch mit der allgemeinen Bedeutung „Flüssigkeit“. Mit dieser Bedeutung begegnet Wasser in Bezeichnungen für Kosmetika, wie beispielsweise Reinigungswasser oder Mizellenwasser. Aber auch für Parfüms oder wohlriechende Flüssigkeiten begegnet das Wort Wasser, wie etwa in Kölnischwasser oder Rosenwasser.

Und schließlich verwenden wir das Wort Wasser auch in verschiedenen Redewendungen.

Die Redewendung jemandem nicht das Wasser reichen können ist seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf die mittelalterliche Sitte zurück, Gästen vor und nach dem Essen Wasser zum Händewaschen zu reichen. Dieser Dienst zählte üblicherweise zu den Aufgaben des niedergestellten Personals. Wenn nun jemand einem anderen das Wasser nicht reichen konnte, dann war dieser Mensch es nicht einmal wert, diesen niederen Dienst zu leisten. Daraus entwickelte sich für die Redewendung jemanden nicht das Wasser reichen können die Bedeutung „jemandem an Fähigkeiten oder Leistungen nicht annähernd gleichkommen“.

Mit der Redewendung jemandem das Wasser abgraben umschreiben wir einen Vorgang, in dem jemand oder etwas übertroffen wird oder in dem einem Menschen die Existenzgrundlage entzogen wird. Der Ursprung diese Redewendung geht vermutlich auf den Betrieb von Wassermühlen zurück. Wenn ein Flusslauf oder die Wasserzuführung zu einer Wassermühle durch Gräben verändert wurde und dadurch kein Wasser mehr für die Mühlräder vorhanden war, konnte die Mühle nicht mehr betrieben werden und der Müller verlor seine Existenz.

Wenn jemand auf einem bestimmten Gebiet sehr erfahren oder gerissen ist, dann umschreiben wir das mit der Redewendung jemand ist mit allen Wassern gewaschen. Diese Redewendung geht vermutlich auf Seeleute und weitgereiste Menschen zurück, die über die Wasser der Ozeane gefahren sind und daher viele Erfahrungen gesammelt hatten.

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