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Bullenarena Stadion

31000 Besucher in der Bullenarena in Salzburg. Verkehrschaos blieb aus, Verbesserungen in Planung. Sensationelles Bahnkonzept.

Das Probespiel der der Salzburger Bullen gegen Arsenal London letzten Mittwoch verlief nicht nur aus sportlicher Sicht erfolgreich. Der 1:0 Sieg des Österreichischen Fußballmeisters war Balsam auf die Wunden der österreichischen Fußballseele. Das Goldtor erzielte Vladimir Janocko in der 75. Minute.

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Der vor allem von den Anrainern befürchtete Verkehrskollaps blieb aus, das durch die Fans zusätzlich hervorgerufene Verkehrsaufkommen hielt sich in Grenzen.

Damit das Stadion nach der EM nach Schilda-Manier nicht wieder auf das ursprüngliche Maß verkleinert wird, ließen sich die zuständigen Manager und die Stadtregierung aus Schloss Hellbrunn ein sensationelles Projekt einfallen: Es wird zu einem zentral gelegenen Megaparkhaus, das sowohl von den mit dem Auto anreisenden Stadionbesuchern, als auch vom Flughafen Salzburg und den nahe gelegenen Einkaufszentren genutzt werden kann, eine leistungsfähige Hochschwebebahn errichtet.

Die kurze Strecke über die Autobahn lässt sich bis zur Fußball Europameisterschaft errichten, der Endausbau sollte in 2 Jahren fertiggestellt sein. In der Endausbaustufe ist auch der Anschluss des Salzburger Spaßbades geplant, dazu ist nur eine kurze Verlängerung nach Wals nötig. Die Kosten werden zwischen den Beteiligten und einigen Sponsoren aufgeteilt und dürften kein Problem darstellen.

Ein Anschluss der Festspielhäuser ist technisch anspruchsvoll aber lösbar und wird zur Zeit intensiv diskutiert.

Salzburg könnte mit dieser Schwebebahn an der Peripherie, die auch die Innenstadt anbindet, das Verkehrsproblem für lange Zeit lösen, meint der für den innerstädtischen Verkehrsstau zuständige Intendant der Stadtregierung.


Österreich ist mehr oder weniger stolzer Besitzer von einigen Eurofightern, dem zur Zeit wohl modernsten Neutralitätsjet der ganzen westlichen Welt, wie man uns Glauben macht. Der Beschaffungsvorgang, vulgo das Aussuchen und Kaufen hat mehrere Regierungen verbraucht, jetzt ist die erste Flugmaschine in Österreich gelandet.

Von Karl Traintinger.

Ob wir diese friedenerhaltenden Flugobjekte wirklich brauchen oder nicht, ist eine eigene Diskussion, dass sie bis jetzt schon für alles Mögliche herhalten mußten, ist hinlänglich bekannt. Wie wichtig für das kleine Österreich eine funktionierende Landesverteidigung ist, sollte überlegt werden; dass in der EU-Welt und darüber hinaus nicht alle lieb und nett zueinander sind, gilt als sicher und bewiesen. Gäbe es den idealen Menschen, bräuchten wir keine Militär und keine Polizei, noch ist aber die Menschheit nicht ganz soweit.

Bei der Landesverteidigung ist es wie bei Versicherungen, gibt es keinen Schadensfall, war der Versicherungsbeitrag immer zu hoch, was man sich da hätte sparen können, meint man. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie froh die Kärntner Bevölkerung war, als im Jugoslawienkonflikt 1991 unser Bundesheer an die jugoslawische Grenze kam und man am Himmel die Draken patrouillieren sah; es war damals in aller Munde, dass sich ein Jugojet fast bis Graz verflogen hatte.

Im Rahmen des Kaufvorganges wurde immer dann, wenn es plötzlich wieder etwas zäher voranging, ein bißchen geschmiert, meist mit dem in der EU gängigen Euronen-Gel. Da hat sich Österreich mittlerweile ganz gut an die Spielregeln angepaßt, da ein bisserl uneigennützige Fußballwerbung, dort ein wenig Werbefirmenunterstützung, und so weiter und so fort. Die Verteidigungsminister versuchten immer wieder zu erklären, wieso die Landesverteidigung mehr Geld braucht und warum sie auch für ein kleines Land wie Österreich wichtig ist.

Die Beschaffungsjahre zogen ins Land, vergessen waren die kleineren Erschütterungen, die auch die Steuerzahler bezahlen durften: VOEST, Ranshofen, Konsum, WEB, Bawag, etc, um nur einige Highlights zu nennen.

Die Jahre vergingen, die neuen Minister kamen. Bei jedem Budget wurde gespart, alle Ministerien bekamen den finanziellen Rotstift zu spüren. Wie froh muss da der aktuelle schwarze Finanzminister Molterer gewesen sein, als der rote Verteidigungsminister freiwillig auf Geld, sprich Flieger, verzichtet hat. Das ist halt noch Bescheidenheit, die da der burgenländische Zivildiener Darabos demonstriert. Endlich ein Minister, der dem Steuerzahler sparen hilft, Österreich, was willst Du mehr! Die Freude über den ersten Eurofighter war so groß, daß die erste Landung mit einem Auslandsbesuch des Verteidigungsministers und des Oberbefehlshabers der Streitkräfte, dem Bundespräsidenten Fischer, gefeiert wurde. Und dass ihr mir kein Volksfest feiert, hieß es vor dem gerade zur rechten Zeit stattfindenden Auslandsbesuch des Herrn Bundespräsidenten und des Herrn Verteidigungsministers aus dem zuständigen Ministerium.

Letzte Woche, es war sehr heiß in Österreich, so um die 38°C, dann noch die Diskussion über einen eventuellen Schießbefehl im Ernstfall. Wer entscheidet, ob zum Beispiel ein von Terroristen entführtes Linienflugzeug abgeschossen werden darf oder nicht? Und was kommt für eine Meldung vom Kanzler Gusenbauer höchstpersönlich: „Der Pilot.“ Das kann doch nicht wahr sein, unsere Herren Politiker schrauben sich aus der Verantwortung! Die Spitzensportler müssen immer und überall für Dopingkontrollen bereit sein, die Spitzenpolitiker sind nur erreichbar, wenn sie es möchten. Es darf nicht sein, dass die verantwortlichen Politiker nicht 365 Tage im Jahr für 24 Stunden erreichbar sind! Es kann auch nicht sein, dass eine Schießentscheidung der Pilot treffen muss, wofür haben wir gewählte Vertreter? Wenn es nicht so ist, haben sie jede Daseinsberechtigung verloren. In so einem Fall ist auch die Luftraumüberwachung in Frage gestellt und wir brauchen die Flieger wirklich nicht. Wenn das die wahren Hintergründe für die vor der Wahl gewünschte Eurofighterabbestellung sind, frage ich mich, ob ich einer Regierung vertrauen kann, die so mit unserer Sicherheit umgeht? Es ist auch interessant, wie reagiert die Spitze der Regierung auf andere Probleme, die nicht so im Vordergrund stehen?

Es ist ganz einfach zu wenig, wenn man nur bei den eigenen Gehältern Einigkeit zeigt und bei den Bregenzer Festspielen prominent in die Kameras lächelt! Wen wundert es, wenn in einer großen österreichischen Tageszeitung zu lesen war, daß die Politikverdrossenheit einen Höchststand erreicht hätte! Als Lebensziel kann doch nicht gelten: „A´Minister möcht´ich sein, mit viel Geld und ohne Verantwortung!“


Lackinger125se_bFrüher und in den 50er Jahren bedeutete Ferienzeit und Urlaub Sommerfrische, Kärnten bis Orte an der Adria… auf Krk oder in Lignano Sabbiadoro.

Von Reinhard Lackinger

Als Helmut Qualtinger die ersten Spanienurlauber mit seinem emblematischen Spruch beglückte und sagte: “Stierkämpfe seien eh nichts Besonders… aber ein Fußballspiel zwischen Kapfenberg und Simmering… ja, das ist Brutalität…” war für seinen steirischen Namensvetter Helmut Hauberger die Karriere bereits zu Ende. Hauberger, linker Flügel der KSV fiel einem dieser Spiele bzw. Schlachten, also jener Violenz in Wien zum Opfer.

Heute fliegen viele österreichische Urlauber kurzerhand ans Ende der Welt, nach Thailand, in die Südsee, nach Brasilien… verschanzen sich in einem Luxushotel mit Badezimmer… auch wenn sie von diesem Komfort oft kaum Gebrauch machen. Etliche von ihnen sind Kinder, Enkel und Urenkel von Mietern der zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts erbauten Zinskasernen für Fabrikarbeiter, die sich fast 100 Jahre lang mit einem Klo pro Stockwerk begnügten. Ein Badezimmer, wenn überhaupt, gab es im Erdgeschoß.

Auf unseren Reisen durch Österreich stießen wir in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts noch auf Gasthöfe, Pensionen und kleine Hotels mit “indischem Abort und Bad”. Beides befand sich sozusagen “jenseits des Ganges”.

Zehn Jahre später und in den 90er Jahren bemerkten wir, daß mit jenen Fremdenzimmern eine kuriose Metamorphose geschehen war. Überall konstatierten wir die architektonische Gymnastik, Klo und Bad in jenen geringen Räumlichkeiten unterzubringen. In einer Klomuschel war ein Exaustor eingebaut, der aufheulte, sobald sich jemand darauf bequem machte… Während des kurzen Aufenthaltes in jener Unterkunft wurden wir Ohrenzeugen neben -, über -, und unter uns in Beendung befindlicher Verdauung. In einem anderen Hotelzimmer kam es zu einer kleinen Überschwemmung, weil der Abguß der Duschnische falsch dimensioniert war. Österreichweit scheint bis heute die Badewanne Paradigma körperlicher Reinigung darzustellen. Einer älteren, an beiden Knien an Artrose leidenden Dame schenkten Freundinnen eine Art hydraulischen Stuhl aus Segeltuch, der sie mittels Hebel in und aus der Wanne hob. Auf unsere Frage, warum sie die gefährliche und wasservergeudende Badewanne nicht durch eine bequemere und ökonomischere Duschnische ersetzten, kriegten wir keine Antwort.

Dort, wo der Abort vom Badezimmer getrennt ist, muß der Architekt seine Gründe gehabt haben. An eventuelle auf alle Türschnallen gestempelte Mikroben vom Klo bis ins Badezimmer und zu Seife und Wasser hat er scheinbar nicht gedacht.

Oft sind wir froh, wenn Apartment, Bett, Abort und Badezimmer sauber sind. Einen im Fußboden befindlichen sogenannten Türkischen Abtritt würden wir nicht akzeptieren.

In jedem Falle ist es gut daß heutzutage jedes Hotelzimmer sein eigenes Badezimmer mit Klomuschel hat. Früher und während der schlechten Zeiten zwischen und nach den Kriegen genügte ein Abort für mehrere Nachbarfamilien. Damals war der Speisezettel auch klein, der Appetit nicht immer vollkommen erledigt und gestillt. Die Geschwindigkeit der peristaltischen Bewegungen vielfach übergewichtiger Einwohner Mitteleuropas muß sich in den letzten Jahrzehnten verdoppelt wenn nicht vervierfacht haben. Wer viel in sich hineinißt, muß mit entsprechendem Output rechnen…

Damit kalkulieren auch die Hoteliers, Architekten und Ingenieure hier und im fernsten Urlaubsort. Auch muß der Wassertank heute dementsprechend groß sein. Besonders für die Klospülung… für Bad und Dusche weniger. Ein Großteil der hier in Salvador, Bahia, Brasilien an meinem kleinwinzigen Restaurant www.reg.combr.net/bistro.htm vorbeigehenden Touristen aus Mitteleuropa bleiben trotz tropischen Klimas gerne ihren alpenländischen Hygienegewohnheiten treu.