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Unser Mundart zwischen Gråsberg und Tauern

Mundartlexikon CD
Anstelle des Klapptextes bei Büchern:
Das Zwiegespräch der Mundartdichterinnen Barbara Rettenbacher-Höllwerth (rechts) aus Niedernsill und Lisl Innerhofer (links)  aus Bramberg auf der CD macht den Dialekt unserer Vorfahren hörbar und erlebbar.

Dauer ca. 56 min, Musikalisch umrahmt, © 2008 by TAURISKA-Verlag, Barbara Rettenbacher beschäftigt sich seit den 1970er Jahren mit Mundart und hat mehrere Gedichtbändchen in Mundart mit Einschluss von Prosatexten und Szenen für Märchen- und Hirtenspiele veröffentlicht.

Im Oktober 2000 wurde Barbara Rettenbacher-Höllwerth für ihr Lebenswerk mit dem „Walter Kraus-Preis“ ausgezeichnet und in Niedernsill das TAURISKAMundartarchiv eröffnet. 

Von der ersten Minute an können diese 2 Damen mit ihren ruhigen Stimmen begeistern. Sie sprechen “Pinzgerisch” aus unterschiedlichen Dörfern und zeigen die lautmalerischen Unterschiede auf. Sie sprechen übers Wetter, die Datten, und viele andere Dinge, die das Leben Jahreskreis im Salzburger Pinzgau ausmachen.

Rezension

Jedem Liebhaber von Mundart sei diese CD wärmstens empfohlen. Ich hoffe, es kommen noch zahlreiche  Mundart CD´s  dazu, man sollte diese technische Möglichkeit nutzten, um diese schöne, oft fast unverständliche  Sprache zu dokumentieren. Ein Niederschreiben der Mundarten ist meist eher schwierig. Zur Zeit ist man oft in, wenn man Hochdeutsch spricht und Kinder, denen das Erlernen der Dialektes verwehrt wird, können das später nicht mehr nachholen.

Dabei bietet die Mundart auch Vorteile: Bei einiger Übung kann man nach einigen Minuten des Zuhörens ziemlich genau sagen, von wo der Sprecher herkommt.

Kennen Sie Mundart CDs aus anderen Gegenden, teilen Sie uns das bitte mit! Danke 


Tauriska schafft wieder das Besondere…

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Genuss und Kultur liegen beim heurigen TAURISKA-Festival wieder eng beisammen – und zwar nicht als zwei abzuarbeitende Themenkomplexe, sondern als ein Paar, bei dem sich das Eine aus dem jeweiligen Anderen ergibt. Dies liegt am besonderen Klima, jenem Klima das TAURISKA in der Stadt und insbesondere am Land jedes Jahr aufs Neue schafft und das schließlich zum Programm wird. Überraschend und vielfältig, mit einer … angemessenen Tiefe, aber nicht in eine bestimmte Richtung festzulegen, so könnte man wohl die vergangenen als auch das aktuelle Programm beschreiben. Arrivierte Künstler mit Newcomern, Musik mit Ausstellungen und Literarisches mit Kulinarischem.



Heuer steht mit Leopold Kohr (1909 – 1994) ein vor 100 Jahren in Oberndorf geborener Salzburger Philosoph von Weltgeltung im Mittelpunkt. Er erkannte schon früh die Vorteile kleinräumiger Wirtschaftskreisläufe, dachte die jetzt Wirklichkeit gewordenen Probleme der Globalisierung voraus, publizierte in mehreren Sprachen und lehrte an internationalen Universitäten. Leopold Kohr kann mit seinen Überlegungen sicher als einer der geistigen Vordenker der Öko- und Umweltschutzbewegung gesehen werden, als hohe Anerkennung wurde ihm für seine Arbeiten 1983 der ‚Alternative Nobelpreis’ zuerkannt. Ein eigenständiges Veranstaltungsprogramm würdigt das breite Schaffen Kohrs.

Coshiva [musikalisches Lächeln], eine sensible Singer/Songwriterin aus Salzburg stellt im Kammerlanderstall Stücke aus ihrem aktuellen Album ‚Butterfly’ vor. Arrangements zwischen Pop, Folk und Jazz, vorgetragen mit einer starken, wandlungsfähigen Stimme und begleitet von einer satt groovenden Live-Band garantieren höchsten Musikgenuss.

Der Erlös der Versteigerung einer handgefertigten Bank, gestiftet von einem Bramberger Tischler, ist Grundlage für einen Ausflug der Uttendorfer Musikids ins Habachtal. Unterstützt werden die Kids am Samstag von der ‚GÜ-Brass’ und am Sonntag von der Uttendorfer Blasmusik.

Musiziert wird auch im Rahmen des TAURISKA-Festivals beim Reitlbauern in Wenns anlässlich der Eröffnung des neu gestalteten Obstlehrweges (Pomarium) mit der Bramberger Tanzlmusi. Beim Samplhaus, einem der ältesten Gebäude in Bramberg, lädt der Harfenbauer Franz Reschenhofer zu einem Harfenworkshop ein und als Höhepunkt findet ein Konzert mit dem walisischer Künstler Robin Huw Bowen statt.

Der „Wunschbaum“, eine Idee der Saalbacher Künstlerin Evi Fersterer, wird fortgeführt und als Ergänzung erhält der Apfelbaum in Kreisform „Klötze“, die Vater, Mutter und Kind symbolisieren. Die Kunst-Aktion ist ein Impuls, mit dem die Apfelkultur der Region stärker ins Bewusstsein gerückt werden soll.

Lustig, skurril und abgründig – wie es eben Karl Valentins Humor auszeichnet –wird ein Kabarettabend mit Edi Jäger und Anita Köchl im Kammerlanderstall. Karl Valentin trifft Leopold Kohr. Die Sprache war das Metier beider – voller Fallstricke und abgründiger Logik beim Einen, ausgefeilt, um möglichst exakt eine Botschaft zu transportieren, beim Anderen. Hervorragende Unterhaltung ist garantiert.

Stiller und besinnlicher gestaltet sich die schon zur lieben Tradition gewordene Adventlesung der Literaturgruppe Neukirchen im Kammerlanderstall, die wiederum musikalisch umrahmt wird.

Wie wir schon eingangs feststellten: Vielfältig, abwechslungsreich und ein Genuss

für alle Sinne – so wird auch das TAURISKA-Festival 2009.

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Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Susanna Vötter-Dankl und Christian Vötter

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Leopold Kohr – Aufstand gegen die Masse

“Die Revolution ist nicht rot gegen grün, oder Sozialismus gegen Kapitalismus, Schwarz gegen weiß, Jugend gegen Alter, die Revolution heute ist der Einzelne gegen den Staat, der zu groß geworden ist, das Individuum gegen die Masse, die uns unterdrückt, das Kleine gegen das Große, David gegen Goliath, alles andere ist reaktionär.”

Leopold Kohr

Salzburg feiert 100 Jahre Leopold Kohr. Der Oberndorfer Philosoph und Nationalökonom suchte in jungen Jahren das Weite, um erst später die Qualität der Nähe zu entdecken. Schließlich fand er in den kleinräumigen Strukturen seiner Heimat das Gegenmodell zur Gigantomanie des 20. Jahrhunderts. “Das menschliche Maß” wird zum Kernanliegen seines Lebenswerkes.

Seine Botschaft “Zurück zum menschlichen Maß” scheint nur auf den ersten Blick banal. In Wahrheit aber stellt sie dem “beschleunigten” Menschen des 21. Jahrhunderts eine anspruchsvolle Frage: Wo stehe ich und was ist für mich erreichbar? Ganz ehrlich, halten wir nicht auch manchmal Geschirrspüler & Co oder den 5-sitzigen, 250 PS Boliden für menschlich maßgerecht, obwohl sie uns neben Spaß und Komfort auch faul und abhängig machen? Ist doch, so glauben wir fest, das Werk vernunftbegabter, genialer Ingenieure. Nur, wie viel menschliches Maß steckt wirklich noch in den Berechnungen und Simulationen von Maschinen, die Tempo-, Komfort-, Status- und Sicherheitsbedarf eines Produktes errechnen um es dann für die Roboter des Fertigungsprozesses zu optimieren?

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In seinen Büchern und Schriften definiert Kohr seine Vorstellungen vom “menschlichen Maß” sehr konkret und macht dazu das verantwortungsbereite, selbstbewusste Einzelwesen zum Träger einer zukunftsfähigen Form des Zusammenlebens in kleinräumigen Gemeinschaften.

Bald wäre er uns verloren gegangen

1979 begegnete der Salzburger Kulturmanager Alfred Winter dem international bereits sehr bekannten Kohr anlässlich der großen Keltenausstellung in Hallein. Winter war fasziniert und alarmiert. Drohte doch ein bedeutender Denker und sein Werk in der Beiläufigkeit wissenschaftlicher Nebenschauplatz-Berichterstattung und Vereinnahmung durch diverse Institutionen für Österreich verloren zu gehen. Es begann eine beispiellose Heimholung.
Beispiellos, weil nicht nur die Persönlichkeit Kohr, sondern auch sein Gesamtwerk wieder mit seiner Heimat verwurzelt werden sollte.

Freunde, Fleiß, Begeisterung und Nachhaltigkeit

Alfred Winter, der Vernetzer, Christian Vötter und Susanna Dankl-Vötter, die kreativen Verwalter, Gerhard Lehner, der grenzüberschreitende Biograf, Günther Witzany, der Sammler und behutsame Ordner und die auf außergewöhnliche Literaturprojekte spezialisierten Menschen des Salzburger Verlag Otto Müller sollten die schützende Sphäre um Kohrs Person und Werk bilden.
In Neukirchen am Großvenediger entstand im ehemaligen Kammerlanderstall die Leopold Kohr Akademie und Tauriska, ein Langzeitprojekt zur regionalen kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Tauernregion. Zwei Pinzgauer, Susanna Dankl-Vötter und Christian Vötter formten langsam, beharrlich und ganz im Sinne Kohrs ein lebendiges Denkzentrum. Unkonventionell, mit der allen Stürmen der Zeit trotzenden Sturheit und dem Stolz der
Pinzgauer samt ihrem kantigen Charme, halten die beiden bis heute das Erbe Kohrs zusammen.

Taxham, im März 2009
Karl G. Mayr, Dorfzeitung

Kohr-Sphäre-Salzburg:

Prof. Alfred Winter entdeckte Leopold Kohr neu für Österreich und begleitet seither alle Kohr-Projekte mit seiner Inspiration und Unterstützung.

Susanna Vötter-Dankl und Christian Vötter bewahren das Vermächtnis Kohrs in der nach ihm benannten Leopold Kohr Akademie >

Dr. Günther Witzany, Herausgeber und Verfasser vieler Kohrschriften. Manchen erzählt er seine Bücher und gewinnt damit neue Mitdenker >

Leopold Kohr Hauptschule Oberndorf >


Leben im Kohr

2009 wäre der Oberndorfer Philosoph und Nationalökonom 100 Jahre alt geworden. Ein Datum dass in atemberaubender Übereinstimmung mit dem zeitlupenhaften Zusammenbruch globaler Finanzsysteme einhergeht.

Von Karl G. Mayr, Taxham, Salzburg

Eine Entwicklung die Leopold Kohr voraussah.  In seinen Werken entwickelte er die Antithese zu komplexen unbeherrschbaren Systemen:  Das Leben nach menschlichem Maß.  Wen wunderts dass  Kohrs Gedanken in Zeiten wie diesen besonderes Gehör finden.

Der Salzburger Kohrkenner, Philosoph und Herausgeber bedeutender Kohrwerke, Dr. Günther Witzany und der Taxhamer Grafiker Karl Georg Mayr haben aus dem Werk Leopold Kohrs 10 Vorschläge für das angenehmere Leben destilliert und stellen Sie erstmals am Dorfplatz der Dorfzeitung vor. Angeschlagen wie einst das Manifest des Reformers Martin Luthers zu Witten. Diskutieren, erweitern und verbreiten wir sie …

10 Vorschläge um uns das Leben angenehmer zu gestalten
Inspiriert durch den Menschen und das Werk Leopold Kohr.

Verfasst von Dr. Günther Witzany und Karl Georg Mayr (kama).

1.Vorrat ist etwas für Angsthasen. Alles was davon zuviel ist,
fehlt irgendwem und mindert Dein Glück und das der Gemeinschaft.

2.Umgib Dich mit Sachen, die von Größe, Geschwindigkeit und Art
zu Dir passen und Dich und andere froh machen.

3. Die hilfreicheste Hand findest Du nicht vom Staat sondern
am Ende Deines Armes oder dem von guten Freunden.

4. Suche Dein Lebenszentrum dort wo alles per Internet, zu  Fuß
oder mit dem Rad erreichbar ist.

5. Folge nicht auf Dauer dem Tempo von Maschinen sondern suche
Deinen eigenen Rhythmus und den Deiner unmittelbaren Mitmenschen.

6. Energie ist etwas wunderbares und nicht etwas das man
für Unsinn verschwenden soll.

7. Lerne den Menschen zuhören. Dann erfährst Du mehr über Deine
Welt als von den Massenmedien.

8. Teile Dein persönliches Glück mit anderen. Nur dann hast
Du wirklich etwas davon.

9. Du bist von Deiner Geburt an eine außerordentlich wichtige Person.
Alleine durch Deine Existenz hast Du als Teil der menschlichen
Entwicklung die Vorraussetzungen für großartige Kunstwerke,
Erfindungen und Entdeckungen geschaffen. Alleine deshalb gebührt
Dir Respekt und Liebe aller Mitmenschen.

10. Wann immer Du am Abgrund stehst, vergiss nie, dass es dann nur eine richtige Entscheidung gibt: Einen Schritt zurücktreten.

Zur Leopold Kohr Akademie >

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