Ernst Geiger: Mordsmann

Ernst Geiger

Ernst Geiger | Foto: edition a GmbH

Ernst Geiger: Mordsmann

Autor: Ernst Geiger
Titel: Mordsmann / Thriller – nach wahren Begebenheiten
ISBN: 978-3-99001-718-0
Verlag: Edition a
Erschienen: 14.01.2024

Klappentext:

Ein Serienmörder, der Medien und Publikum bis heute fesselt.

Ein True-Crime-Thriller, der die Seelen eines Killers und seines Jägers ausleuchtet.

Ein Autor, der selbst Chefermittler in diesem spektakulärsten österreichischen Kriminalfall war: Ernst Geiger verarbeitete 30 Jahre nach Jack Unterwegers Tod dessen Geschichte literarisch.

Er erzählt die Geschichte eines Menschen, der sich nicht ändern konnte. Und von jenen, deren Leben durch ihn für immer verändert worden sind.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Ein „true-crime Thriller“, der so nicht erfunden werden kann!

Jack Unterweger, ein Name der bis heute noch im Gedächtnis der Österreicherinnen und Österreicher nachhallt – zumindest bei denen, die im mittleren und etwas höheren Lebensalter sind. Heute wird seine „Geschichte“ bzw. sein „Fall“ noch im „true crime Fernsehen“ filmisch aufbereitet, als negatives Beispiel eines „malignen Narzissten“.

Wer war Jack Unterweger? Er, der so viele Menschen getäuscht hatte und der das Leben so vieler Menschen für immer verändert hat?

Unterweger hatte es geschafft, seine „Unterstützer“ davon zu überzeugen, dass er sich geändert hat, er hatte es geschafft, maßgebliche Menschen zu glühenden Verehrern und Unterstützern zu machen und allen glaubhaft zu machen, wie gelungene Resozialisation funktionieren kann: Ein Frauenmörder, der in Haft eine Schriftstellerkarriere startet und sein Verhalten vollkommen geändert hat. Das war zumindest der Grund für eine frühzeitig, bedingte Haftentlassung Unterwegers.

Und Unterweger hatte das, was Psychopathen so gefährlich macht: Hohe Manipulationsfähigkeiten, fehlende Empathie, aber Charme, Überzeugungskraft und er war ein „Frauenversteher“ auf den ersten Blick, dem sogar eine namhafte, damals noch sehr junge, Rechtsanwältin auf dem Leim ging. Sie war aber nur eine von vielen Frauen, die er anzog, aber es sollte die letzte Frau sein, die er in seinem Sinne zu manipulieren versuchte.

Auf der anderen Seite stand der Leiter der Wiener Kriminalpolizei: Jung, ehrgeizig und darauf besessen, den Wiener Prostituiertenmörder zur Strecke zu bringen – koste es, was es wolle. Denn eines war bald klar: Der Täter hinterließ „seine Handschrift“ bei allen Opfern – konnten sie ihm eine Tat nachweisen, hatten sie den Mörder von allen ermordeten Sexarbeiterinnen.

Der erste entscheidende Hinweis kam von einem pensionierten Kriminalbeamten aus Salzburg, der vor 15 Jahren einen Frauenmord zu bearbeiten hatte, glaubte den Mörder zu kennen, ihm das aber nie beweisen konnte.

Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch einen TV-Auftritt des Autors und, mittlerweile pensionierten, Kriminalbeamten Dr. Ernst Geiger, der jetzt bereits sein drittes „true crime“ Buch veröffentlicht hat.

Die Einleitung des Buches mit einem damaligen Zeitungsbericht über die gelungene Resozialisierung und Entlassung Unterwegers aus der Haft finde ich sehr gelungen, denn sie beschreibt eigentlich (was damals keiner ahnte) den Anfang vom Ende einer großen Hoffnung.

Der Aufbau des Buches entspricht dem eines spannenden Thrillers, in dem jeder Lebensbereich extra erzählt wird. Erst nach und nach laufen die verschiedenen Geschichten zu einer Handlung zusammen. Sehr geschickt ist es Geiger gelungen  Spannung aufzubauen und zu halten, indem er in einer entscheidenden Erzählungsphase unterbricht und zur nächsten Episode wechselt, um dann nach einigen weiteren Geschichten wieder fortzusetzen.

Die Berichte über die Ermittlungen sind eher kurz und in der „Ich-Form“ gestaltet. Aber auch die große Belastung im Privatbereich und für seine Ehe lässt der Autor nicht aus. Denn Unterweger hat nicht nur das Leben der Opfer verändert, sondern auch das der Ermittler.

Wer das Buch einmal in die Hand genommen hat, legt es ungern wieder zur Seite, weil es derart in den Bann zieht. Fast scheint es, als könne Unterweger über seinen Tod hinaus, Menschen manipulieren und fesseln….

Ein großartiger, als Thriller geschriebener „true crime“, bei dem Lesende schnell vergessen, dass es keine fiktive Geschichte ist.


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