„Jedermann“ – im Burghof der Festung

Jedermann Festung Hohensalzburg

Auch heuer wieder ist Hugo von Hofmannsthals „Jedermann – Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ nicht nur am Domplatz, sondern auch auf mehreren Open-Air-Bühnen in Stadt und Land Salzburg zu erleben.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Der Salzburger Jungautor Dominik Nießl überzeugt auf der Festung Hohensalzburg mit einer klassischen Inszenierung, die durch ihre neutrale Sichtweise beeindruckt.

Völlig betrunken torkelt Jedermann nach einer durchzechten Nacht auf die Bühne und wird von seinem guten Gesellen freudig begrüßt. Er will für seine Buhlschaft ein teures Lustschloss bauen lassen und hat doch für seinen armen Nachbarn nur einen Groschen übrig. Auch mit seinem Schuldknecht hat er kein Mitleid und lässt ihn – trotz der Bitten seines Weibes – in den Schuldturm werfen. Das missfällt Gott im Himmel sehr und so schickt er den Tod aus, um diesem schändlichen Treiben ein Ende zu bereiten.

Jedermann ist jedoch noch nicht bereit, denn „es ist ein arg Ding zu sterben“. Eine Stunde bleibt ihm Zeit, um einen Wegbegleiter zu finden. Die Buhlschaft macht sich samt der lustigen Tischgesellschaft schleunigst aus dem Staub und auch der gute Geselle lässt ihn schmählich im Stich. Bleiben wohl nur noch die armseligen „guten Werke“ übrig, um ihn zu seinem Schöpfer zu begleiten. Reue und Glauben wirken schließlich Wunder und so hat der Teufel keine Chance, die sicher scheinende Beute mitzunehmen.

Seit vielen Jahren ist Thomas Peschke als Jedermann in Salzburg und dem benachbarten Bayern unterwegs. Unvergesslich für mich 2015 sein Auftritt auf der grünen Wiese vor dem Gewandhaus in einer Inszenierung von Helmut Vitzthum. Nun bilden die imposanten Mauern der Festung eine eindrucksvolle Kulisse. Die atmosphärische Beleuchtung (Licht und Ton: Thomas Finsterer und Ivan Divkovic) und das fesselnde Spiel lassen die Baustelle vor dem Zeughaus schnell v…

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