Leonhard Steinwender: Christus im KZ

St. Leonhard ob Tamsweg

St. Leonhard ob Tamsweg | Foto: Karl Traintinger

Autor: Leonhard Steinwender
Neu herausgegeben und ergänzt: Ignaz Steinwender
Titel: Christus im KZ – Wege der Gnade und des Opfers
ISBN: 978-3-86357-259-4
Verlag: fe-Medienverlag
Neu erschienen: 2020 (1. Auflage 1946)

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Klappentext:

Vergebend und nicht verbittert sind diese erschütternden Aufzeichnungen des österreichischen Priesters Leonhard Steinwender aus dem Konzentrationslager Buchenwald, in das er 1938 von den Nationalsozialisten transportiert wurde.

Er schildert nicht nur die Abgründe des Bösen, sondern lässt auch das Geheimnis der Gottesnähe im KZ spürbar werden. Ein Bericht von aufrechten todgeweihten Menschen, die mit seelischer Größe dem qualvollen Ende entgegensahen.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Der Tamsweger Priester Leonhard Steinwender wird von den NS Schergen „bestraft“, weil er ab 1937 im Widerstand gegen den Anschluss Österreichs an Nazideutschland aufgetreten ist.

Er wird im April 1938 verhaftet und verbringt die ersten Monate seiner Haft in einem Salzburger NS – Gefängnis, wird aber im November 1938 ins KZ Buchenwald in der Nähe von Weimar verlegt.

Er schreibt in seinem Buch über das „entmenschlichte Verhalten“ der Herrenmenschen, die in Buchenwald ohne Konsequenz ihre sadistischen Neigungen ausleben dürfen und je nach Lust und Laune die Gefangenen „nur“ foltern, aber auch unter furchtbaren Qualen töten.

Seelsorge war natürlich strengstens verboten und wurde mit dem Tod bestraft. Steinwender und einige seiner Priesterkollegen fanden trotzdem einen Weg, „heimliche Seelsorge“ zu betreiben. Damit haben sie vielen Häftlingen Kraft gespendet, dieses Martyrium zu überstehen, aber auch dem Tod angstfrei ins Auge zu schauen.

Das Cover des Buches mit „Christus hinter dem Stacheldraht“ erinnert an das Leiden Christi aus dem neuen Testament. Es setzt allerdings nicht voraus, dass der Leser streng gläubig ist, denn der Autor zeigt Wege auf, wie Menschen in derartigen Grenzsituationen überleben können, ohne verrückt zu werden.

Das Buch hat Steinwender 1946 aus dem Gedächtnis geschrieben, denn er stand unter Beobachtung der Nazis, nachdem er 1940 bei seiner Entlassung genötigt wurde, eine „Stillschweige-Erklärung“ über die Vorgänge im KZ abzugeben.

Wo ich dem Autor absolut nicht zustimmen kann, ist die heldenhafte Verehrung von Dollfuß, der Österreich zuvor in eine Diktatur verwandelte, sowie eine quälende Todesstrafe einführte und so einen fruchtbaren Boden für den Nationalsozialismus bereitet hat. (https://dorfzeitung.com/archive/98755)

Der Großneffe von Leonhard Steinwender, Ignaz Steinwender hat das Buch 2020 neu verlegt und auch die biografischen Daten eines Großonkels  Leonhard ergänzt.

Wer sich fragt, wo Gott, wo Christus ist, in Anbetracht schwerer Schicksalsschläge und großem menschlichen Leid, findet vielleicht hier eine Antwort.


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