Rolf Mai: Beidlschneider

Rolf Mai

Rolf Mai | Foto: Mitteldeutscher Verlag © Rene Neumann

Autor: Rolf Mai
Titel: Beidlschneider – Wamprechtshammers zweiter Fall – ein München Krimi
ISBN: 978-3-96311-823-4
Verlag: Mitteldeutscher Verlag GmbH
Erschienen: 30.06.2023

Klappentext:

Ein Bürgermeister, der schlichtweg Pech hatte. Ein gefräßiger Dackel. Ein Motorradfahrer, der da hängt, wo man ihn zuallerletzt vermuten würde, und eine Kugel auf Umwegen.

All das versaut Herbert Wamprechtshammer gehörig das Wochenende. Aber auch Gertrauds Sonderwünsche und ein veritables Rockerproblem sorgen nicht gerade für Hochstimmung.

Schlimmer kann’s eigentlich nicht kommen, denkt sich der Berti – doch da täuscht er sich gewaltig: Eine Gruppe renitenter Rentner macht Jagd auf Münchens “großkopferte Beidlschneider”. Und weil es um einige von denen gar nicht so schade wäre, braucht’s einfach manchmal das eine oder andere Motivationsbier für das Münchner Ermittlerteam.

“Beidlschneider” ist die viel gewünschte Fortsetzung und der zweite Fall des Münchner Kommissars “Berti” Wamprechtshammer und kommt ebenso deftig daher wie sein Vorgänger.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

In München geht es rund: Altes soll verschwinden und Neues geschaffen werden. Das hat nur einen Haken. Das „Alte“ sind leistbare Wohnungen und „das Neue“ ist das Reich der „Großkopferten“ Immobilienhaie und der dazugehörigen Politstars, die so gar nicht sozial eingestellt sind und die ärmere Münchnerbevölkerung für ihre größenwahnsinnigen Pläne in arge Bedrängnis bringen.

Das ruft eine „Rentnergang“ auf den Plan, die die alte Ordnung wieder herstellen möchte und Wamprechtshammer und seinem Team viel Arbeit bescheren.

Außerdem hat Wamprechtshammer auch privat einige Desaster zu lösen, die ihm nicht nur Zeit, sondern auch Nerven kosten. Glücklicherweise gibt es aber genug Münchner Helles, die ihm das ganze Fiasko etwas leichter erträglich machen.

Eine pechschwarze Krimisatire aus München, gut lesbar und spannend, gespickt mit deftig-würzig-urbayrischer Sprachverwirrung. Was wäre Bayern, ohne seinen deftigen, herb charmanten Sprachschatz, den der Autor in diesem Roman verarbeitet. Gerade der bayrische Dialekt macht den besonderen Witz dieser Erzählung aus.

Der Autor lässt die erwähnten älteren Herrschaften völlig ungestraft das vollenden, was sich der eine oder andere Leser sich auch heimlich wünscht, wenn reiche Investoren die Immobilienpreise in die Höhe treiben und die eigene Miete immer weniger leistbar wird.

Humorvoll und witzig geschrieben, doch mit durchaus ernstem Hintergrund. Diese Krimisatire ist sehr gut gelungen und empfehlenswert.


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