Elisabeth Pichler:
Winterfest hängt am seidenen Faden!

Winterfest-Gründer Georg Daxner berichtete am 4.1.2012 in einer Pressekonferenz über die kritische finanzielle Situation des „größten Festivals für zeitgenössische Circuskunst im deutschsprachigen Raum“. Dabei sprach auch der Trägerverein Theaterfestival Volksgarten eine Frühwarnung aus.

Die Akzeptanz des Festivals ist groß, sowohl seitens des Publikums als auch seitens der öffentlichen Hand. Doch leider schlägt sich diese Begeisterung nicht in den erforderlichen Subventionen nieder. So bräuchte das Winterfest eine Sitzplatzsubventionierung von € 10.– pro Besucher anstatt der aktuellen € 4,55. Zwar seien fast alle Produktionen nach kurzer Zeit ausverkauft und die Auslastung liege mit rund 90 % im Spitzenfeld. Um den Umfang und die Qualität des Festivals beizubehalten, würden allerdings langfristige Zusage benötigt, die heutzutage nur schwer zu bekommen seien.

Georg Daxner bedauert, dass Leidenschaft alleine nicht ausreiche, um ein so großes Projekt über die Bühne zu bringen. Er frage sich deshalb, ob er die Kraft und Größe habe, die Verantwortung weiterhin zu tragen. Das Publikum sei verwöhnt und erwarte ein qualitätsvolles Programm, warme Zelte, Professionalität und vor allem moderate Preise. Die Verträge mit den Künstlern müssten spätestens bis März unterzeichnet werden, doch die finanziellen Zusagen von Stadt und Land ließen meist auf sich warten und so beginne jedes Jahr wieder das große Zittern.

„Das Winterfest hat ein Stammpublikum in Stadt und Land Salzburg und weit darüber hinaus, das sich alljährlich von diesem ganz anderen Festival und dem weltstädtischen Flair überraschen und verzaubern lässt. Die Vielschichtigkeit dieses Stammpublikums ist die wahre Sensation. Nicht Geldadel oder Bildungsbürgertum, nicht Brauchtum oder Herkunft prägen dieses Publikum. Das Winterfest spricht Menschen aller Bevölkerungsschichten an, mehr als 25.000 pro Jahr.“ (Presseaussendung des Trägervereins Theaterfestival Volksgarten vom 4.1.2012)

Bei der derzeitigen wirtschaftlichen Situation und der ständigen Kürzung von Subventionen ist es kein Wunder, dass die Frage auftaucht: „Braucht Salzburg das Winterfest?“ Es wäre wirklich schade, wenn dieses einzigartige Festival, das derzeit auf einem sehr dünnen Seil balanciert, endgültig abstürzen würde.

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1 Kommentar zu "Elisabeth Pichler:
Winterfest hängt am seidenen Faden!"

  1. Rochus Gratzfeld Rochus Gratzfeld | 8. Januar 2012 um 19:57 |

    lieber georg daxner, ich wünsche dir die persönliche kraft, diese situation durchzustehen.
    leider ist es so, dass in salzburg fast jede kulturelle initiative abstürzt, die nicht ganz und gar den vorstellungen des offiziellen salzburgs und der – lass es mich festspielFAMILIE nennen – entspricht. aber das weisst du ja natürlich. also. ich hoffe auch 2012 auf wunderbare winterspiele! lg rochus gratzfeld

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