„L’elisir d’amore“ – ein Liebestrank im Mozarteum

Gaetano Donizetti komponierte dieses „melodramma giocoso in due atti“, eine rührselige und doch auch sehr komische Liebesgeschichte, in nur zwei Wochen. Die überaus liebenswerte, frische Inszenierung von Eike Gramss feierte am Montag, den 19. März 2012 im großen Studio der Universität Mozarteum Premiere. Großer Jubel für die jungen Sänger.

Von Elisabeth Pichler.

Der etwas naive Bauernbursche Nemorino liebt die schöne, wohlhabende Adina. Als sich diese vom jungen, feschen Sergeanten Belcore betören lässt, ist Nemorino so verzweifelt, dass er sich vom Quacksalber Dulcamara eine Flasche „Liebestrank“ aufschwatzen lässt. Im Vertrauen auf die Wirkung des Trankes verärgert er seine Angebetete, worauf sich diese endgültig Belcore zuwendet. Doch nicht der Liebestrank führt schließlich zum Happy End, sondern der plötzliche Tod eines reichen Erbonkels.

Der einfache, schräge Holzboden schafft eine gemütliche, ländliche Atmosphäre, die zarte Silhouette einer Bergkette sorgt mit dem ständig die Farbe wechselnden Himmel für ein wunderschönes, lichtdurchflutetes Bild. Zu diesem Ambiente passen die trachtig gekleideten Bauernmädchen und Bauernburschen, die alle die schöne Adina anhimmeln. In der Premiere übernahm der rumänische Tenor Sergiu Saplacan die Rolle des gutmütigen, etwas einfältigen, aber umso liebenswerteren Nemorino und meisterte die schwierige Partie, trotz kleiner Unsicherheiten, souverän. Als umschwärmte Adina konnte die französische Sopranistin Solen Mainguené mit lyrischen Momenten, doch wenn nötig auch mit kraftvoller Stimme überzeugen. Robert Davidson hatte als Dulcamara die Lacher auf seiner Seite, eine zwielichtige Gestalt mit dubioser Assistentin. Die Rolle des schneidigen Sergeanten Belcore nutzte der isländische Bariton Oddur Jónsson weidlich aus, indem er strotzend vor Selbstbewusstsein, die Damenwelt zu beeindrucken suchte. Erfrischend und mitreißend der bestens einstudierte Chor musica cosi.

Eike Gramss begeistert seit Jahren das Publikum mit seinen grandiosen Inszenierungen. Nachdem die Opern in den letzten Jahren meist tragisch geendet hatten, fand er es an der Zeit, etwas Heiteres auf die Bühne zu bringen. Er stellte sich die Aufgabe: „Die Figuren klar zu konturieren, ihre Sorgen liebevoll ernst zu nehmen, ihre klingenden Emotionen ganz aus dem Verständnis der Figur in den belcanto zu steigern.“ Eine Aufführung, die auf jeglichen modernen Schnick-Schnack verzichtet, aber mit ihren wunderbar einprägsamen Bildern  spritzig und frisch wirkt.

L’elisir d’amore“ – Gaetano Donizetti. Melodramma in due atti. Chor musica cosi. Sinfonieorchester der Universität Mozarteum. Musikalische Leitung: Josef Wallnig. Szenische Leitung: Eike Gramss. Bühnenbild und Kostüm: Susanne Leitner, Christoph Muth, Anna Schöttl. Chorleitung: Silvia Spinnato, Carlos Chamorro. Mit: Solen Mainguené (19./22.), Corinna Reithuber (20./23.) Konstantinos Klironomis (20./23.), Sergiu Saplacan (19.22.), Oddur Jónsson (19./22.), Matthias Winckhler (20./23.), Robert Davidson (19./22.), Lachlan W.A. Scott (20./23.). Fotos: Mozarteum

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