„ECCLESIA SALTANS“ – lat.: die hüpfende/ springende/ tanzende Kirche

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„Warum tanzt der Mensch?“ „Ist tanzen göttlich oder teuflisch?“ Mit diesen Fragen beschäftigte sich Cornelia Böhnisch (Tänzerin und Choreografin) ein Jahr lang gemeinsam mit dem Toihaus Ensemble und externen Künstlern. In Unschuld 6 – „ECCLESIA SALTANS“ verwischen die Grenzen zwischen Musik und Bewegung. Die Premiere dieser spektakulären Performance fand am 10. Oktober 2015 im Toihaus Theater Salzburg statt.

elipi_aVon Elisabeth Pichler

Vier schwarz gekleidete Musiker verwöhnen das Publikum mit heiteren barocken Klängen, während die Tänzerinnen, ganz in Weiß, geduldig auf ihren Einsatz warten. Dass anschließend die Musikinstrumente mit Plastikfolie sorgfältig abgedeckt werden, weist auf kommende Gefahr hin. Auf einem komplexen Stahlgerüst mit diversen Schläuchen warten Wasserbottiche auf ihren Einsatz. Anfangs tropft es nur sporadisch aus Infusionsgeräten auf darunterliegende Deckel, Pfannen, Gläser und Eimer. Das ändert sich im Laufe der einstündigen Performance, denn ein technoides Spiel mit diversen Flüssigkeiten sorgt ständig für neue Überraschungen.

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Die Möglichkeiten, mit Wasser Musik zu erzeugen, sind mannigfaltig. Die vier Musiker (Angelika Miklin, Gudrun Raber-Plaichinger, Yorgos Pervolarakis, Yoko Yagihara) erklimmen das Gerüst, sie füllen Behälter, sie plantschen und gurgeln und haben dabei höllischen Spaß. Die Tänzerinnen werden nach und nach von dem wilden Treiben mitgerissen. Rot gefärbtes Wasser scheint eine gewaltige Anziehungskraft zu besitzen. Während Pascale Staudenbauer darin badet, wischen Katharina Schrott, Astrid Seidler und Paz Katrina Jimenez mit ihren Kleidern den nassen Boden auf. Ekstase greift um sich, die diabolische Mischung ist perfekt, der Kontrast zwischen Schwarz und Weiß ist verschwunden.

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Informativ der Programmfolder, in dem Himmel und Hölle gegenübergestellt werden: Dante – Nietzsche, Evolution – Revolution, Transzendenz – Immanenz, Whiteout – Blackout, Fade up – Fade down, Sein – Nicht Sein, Die 7 Tugenden -die 4 Säfte, Apollonisch – Dionysisch, Ordnung – Unordnung, Echt – Fake.

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Unschuld 6 – „ECCLESIA SALTANS“ bildet den Abschluss und zugleich Höhepunkt des Jahresprojekts „Tanzwut 2015“ am Toihaus Theater Salzburg. Ein Abend mit Alter Musik, einem sterbenden Cembalo, einer heiligen, manchmal auch diabolischen Mischung aus Tanz und Bewegung. Eine mitreißende Performance, die mit starken Bildern und ekstatischen Tänzen zu überzeugen weiß.

Unschuld 6 – „ECCLESIA SALTANS“ – Tanz / Choreografie: Cornelia Böhnisch, Katharina Schrott, Pascale Staudenbauer, Astrid Seidler, Paz Katrina Jimenez; Musik / Komposition: Angelika Miklin, Gudrun Raber-Plaichinger, Yorgos Pervolarakis, Yoko Yagihara; Licht/Technik: Alex Breitner, Robert Schmidjell. Idee / Konzept / Bühne / Kostüme: Cornelia Böhnisch. Assistenz Bühne & Kostüme: Paz Katrina Jimenez. dramaturgische Beratung: Georg Hobmeier. Fotos: Toihaus Theater / M. Grieshaber | Eine Veranstaltung im Rahmen der  „Tanzwut 2015″.

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