„Maria Theresia Ledóchowska“ – Worte, die Ketten sprengen

Maria Theresia Ledóchowska

Elisabeth Fuchs kündigte eine Weltpremiere mit Musik, Tanz und Lesung an. Am 14. Juni 2023 kamen in der Kollegienkirche auch noch Schauspiel und Akrobatik dazu. Eine zutiefst beeindruckende Hommage an eine starke Frau, die sich für die Befreiung von Sklaven in Afrika einsetzte und als „Mutter Afrikas“ verehrt wurde. Viel Applaus für Chefdirigentin Elisabeth Fuchs, ein Kammerensemble der Philharmonie Salzburg, Schauspielerin und Sängerin Katharina Gudmundsson sowie die Tänzerin und Akrobatin Jasmin Rituper.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Katharina Gudmundsson schlüpft in die Rolle von Maria Theresia Ledóchowska und erzählt aus ihrem Leben. Geboren am 29. April 1863 im niederösterreichischen Loosdorf verbrachte sie eine unbeschwerte Kindheit in einer wunderschönen Villa mit elf Geschwistern. Auf Grund des Konkurses einer Bank musste die Familie 1873 in ein Mietshaus nach St. Pölten umziehen. Ein harter Schlag für die temperamentvolle, künstlerisch begabte junge Frau war eine Pockenerkrankung, die bei ihr hässliche Narben hinterließ und ihren Vater das Leben kostete.

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Katharina Gudmundsson

Fünf Jahre war sie als Hofdame in Salzburg bei der Großherzogin Alice von Toskana. Neben rauschenden Festen bildete sie sich in Literatur, Malerei und Musik weiter. In dieser Zeit begann sie, nach ihrer wahren Berufung zu suchen. Sie schrieb unter einem Pseudonym Theaterstücke, in denen es um die Leiden der afrikanischen Bevölkerung ging. Bei einer Begegnung mit Kardinal Lavigerie, der mit großer Energie gegen die Sklaverei kämpfte, sprang der Funke über und sie beschloss, etwas Großes für Gott zu tun und sich fortan in den Dienst einer großen Sache zu stellen, der Befreiung der Sklaven und der Entwicklung in Afrika.

Sie gründete 1894 die St.-Petrus-Claver-Sodalität, eine katholische Missionskongregation, die Werbung für die Missionen macht und das Interesse und Verständnis für die hohe Aufgabe der Missionare wecken soll. 1897 erwarb sie ein verlassenes Landgut in Lengfelden und nannte es Maria Sorg. Hier wurden nun religiöse Schriften, die Missionszeitung „Afrika für Christus“, Kalender und Flugblätter gedruckt.

Es ist meine Lebensaufgabe und die der Gesellschaft, welcher ich angehöre, das Missionsinteresse immer mehr und mehr auszudehnen und womöglich in die Herzen aller Menschen zu pflanzen.

M. T. Ledóchowska

Ledóchowskas angeschlagene Gesundheit hat es ihr nicht erlaubt, ihr geliebtes Afrika jemals zu betreten. Sie starb am 6. Juli 1920 in Rom. 1975 wurde sie von Papst Paul VI. selig gesprochen. 

Dieser Lebensbericht, eine Kombination von Originaltexten und Eigenkreationen, wird durch eine bunte Mischung aus Musikstücken vom Kammerensemble der Philharmonie Salzburg umrahmt. Dass Katharina Gudmundsson auch eine hervorragende Sängerin ist, beweist sie mit der Arien „Ombra mai fu“ aus Händels „Xerxes“ und dem „Lied an den Mond“ aus Antonín Dvořáks „Rusalka“. Zu Vivaldis „Der Sommer“ aus den „Vier Jahreszeiten“ tanzt Jasmin Rituper in einem schwingenden roten Kleid und versprüht sommerliche Leichtig…

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